Erstellt am 16. Dezember 2015, 03:23

von Peter Wagentristl und Michael Kremser

Wirtshaus-Sterben im Bezirk Mattersburg geht weiter. „Nega“ in Forchtenstein soll mit Jahresende Restaurantbetrieb schließen – eine anderwertige Fortführung ist aber angedacht. Auch das Antauer Traditionsgasthaus Rimpfl sperrt mit Jahreswechsel zu. Chef Gerhard Rimpfl will das Wirtshaus jedoch in kleinerer Form erhalten, etwa für den Dartverein.

Das Gasthaus Rimpfl in Antau wird mit Jahreswechsel seine Pforten schließen. Ob das Wirtshaus auf andere Weise erhalten bleibt, ist noch offen.  |  NOEN, Foto: Wagentristl

In der Gemeinde Forchtenstein rund um das Wahrzeichen der Region Rosalia – der Burg Frochtenstein – herrschte einst reges kulinarisches Treiben. Doch dem wird nun zum wiederholten Male – nachdem bereits einige Gastwirten schließen mussten – ein jehes Ende gesetzt.

Eines der wenigen noch verbliebenen Gasthäusern, der Wirtschaft „zur Edelkastanie“ – in der Ortschaft besser bekannt als „Nega“ wird bei der Weiterführung des Betriebes, ein Strich durch die Rechnung gemacht – somit steht es vor dem Aus.

Gastronomie „Ja“ aber Konzept fehlt noch

„Ja, es stimmt, dass einer Fortführung des wie gehabten Gastronomieangebotes etliche Auflagen von Seiten der Behörden im Wege stehen, wir würden uns aber dennoch wünschen, dass in Forchtenstein der Gastbetrieb fortbesteht“, heißt es von Seiten des Besitzers, der schon vor einigen Jahren die Bewirtschaftung an eine Mitbewerberin abgegeben hat.

Diese wollte jedoch auf Anfrage der BVZ die Entscheidung weder bestätigen noch dementieren, lediglich so viel ließ sich raushören, „ein generelles Aus wird es nicht geben“.

Gasthaus Rimpfl schließt

Seit einigen Wochen ist es fix: Das Gasthaus Rimpfl in Antau wird nach beinahe 60 Jahren und drei Generationenwechseln zusperren. Damit besteht in Antau nur mehr eine ganzjährig geöffnete Gastwirtschaft.

Der Chef der Antauer Traditionsschenke Gerhard Rimpfl sieht sich außer Stande, den Betrieb noch länger weiterzuführen. Alleine dem Bezug auf die gesetzlichen Auflagen für Gastronomen, die durch mehrere Verschärfungen viele Wirte in Bedrängnis zu bringen scheinen, will der Wirt aus dem Wulkatal aber nicht den Schwarzen Peter zuschieben. Auch wenn Vorschriften, wie die Registrierkassenpflicht oder verschärfte Gesetze zum Nichtraucherschutz kaum zu finanzierende Zusatzausgaben darstellen, sieht er die Gründe für die negative Entwicklung in der Gastronomie ebenso in der sich wandelnden Wirtshauskultur.

"So kann ich nicht weitermachen“

„Es ist ein Mix aus behördlichen Auflagen und gesellschaftlichem Wandel“, begründet Gerhard Rimpfl seinen Entschluss. „Die Menschen gehen weniger ins Wirtshaus, vor allem unter der Woche. Die Jugendlichen bleiben auch aus. So kann ich nicht weitermachen.“

Ob der „Rimpfl-Wirt“ in veränderter Form erhalten bleiben kann, soll im Laufe der Woche entschieden werden. Etwa sollen die Räumlichkeiten in Zukunft für Veranstaltungen zu mieten sein, wenn es nach den Plänen von Gerhard Rimpfl geht. Auch Räumlichkeiten dem örtlichen Dartverein zur Verfügung zu stellen, steht zur Diskussion. „Das wäre selbstverständlich eine große Hilfe“, meint Wolfgang Leitgeb, Obmann des bald obdachlosen Antauer Dartvereins.