Erstellt am 19. April 2013, 11:56

Zwei Jahre unbedingt für Boutique-Dieb. Weil er mit einem bereits verurteilten Kollegen im November 2009 eine Boutique in Mattersburg ausgeräumt haben soll, hat sich ein 33-jähriger Serbe am Freitag in Eisenstadt vor Gericht verantworten müssen.

Das Duo richtete damals einen Schaden von rund 90.000 Euro an. Der Schöffensenat verurteilte den Angeklagten rechtskräftig zu einer zweijährigen unbedingten Zusatzstrafe. Der Mann war bereits im Vorjahr in Norwegen zu einer achtmonatigen unbedingten Haftstrafe verurteilt worden - ebenfalls wegen Einbrüchen.

Am 2. November 2009 brachen die beiden Männer in das Geschäft ein, packten die gesamte Winterkollektion im Wert von rund 60.000 Euro in Müllsäcke und flüchteten. Die geschädigte Besitzerin, eine 35-jährige Burgenländerin, stand am nächsten Tag vor ihrem leeren, verwüsteten Verkaufslokal. Vor der Verhandlung war ihr Vater sehr aufgebracht: "Do is er, der Gauner", schrie er den 33-Jährigen vor dem Gerichtssaal an. Auch im Saal konnte sich der Mann nur schwer zurückhalten und musste von der Vorsitzenden des Schöffensenats, Richterin Birgit Falb, ermahnt werden.

Der Angeklagte - er ist bereits zweifach vorbestraft - zeigte sich geständig und sei laut seinem Anwalt auch gegenüber der Polizei "sehr kooperativ" gewesen. Die Tat sei eines von insgesamt 42 Delikten gewesen, erläuterte Staatsanwältin Patricia Lendzian. Mehrere Läden sollen damals ausgeräumt worden sein - von mehreren Personen. Dem 33-Jährigen habe man die Tat in Mattersburg mittels DNA-Analyse nachweisen können. Die Staatsanwaltschaft warf ihm gewerbsmäßigen schweren Diebstahl durch Einbruch vor.

Als Motiv nannte der Serbe finanzielle Probleme. Er habe dem Haupttäter Geld geschuldet. Dieser hätte ihm damals angeboten, falls er nicht zurückzahlen könne, solle er bei dieser Tat quasi seine Schulden "abarbeiten". Details habe er aber nicht gewusst.

Dennoch hielt ihm Lendzian vor, dass er sich hätte denken können, dass es hier nicht um den Diebstahl von Kaugummi handle, wenn man einerseits 20 Müllsäcke für den Coup benötige und andererseits dafür extra von Kroatien nach Österreich reise. Sie forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe. Sein Anwalt bezeichnete den Mann als Beitragstäter: "Das ist kein Chef, das ist keiner, der plant." Auch bei anderen Delikten sei er nach eigener Aussage "nur der Fahrer" gewesen. Der Verteidiger bat daher um eine "vernünftige Strafbemessung".

Vor der Urteilsverkündung beteuerte der Angeklagte, wie leid ihm alles tue. Er habe "ein schweres Leben". Den Schöffensenat beeindruckte dies wenig. Der Mann, der sich seit 24. August in Norwegen in Auslieferungshaft befand, erhielt eine zweijährige unbedingte Zusatzstrafe. Als mildernd wertete das Senat das Geständnis und dass die Tat schon lange zurückliege.

Erschwerend waren die Vorstrafen sowie der rasche Rückfall. Der geschädigten Boutique-Besitzerin, die sich als Privatbeteiligte dem Strafverfahren angeschlossen hatte, muss der Mann 20.000 Euro für die gestohlene Ware zahlen. Im Hinblick auf ihren Verdienstentgang wurde die Burgenländerin auf den zivilrechtlichen Weg verwiesen.