VON WOLFGANG MILLENDORFER
Dass das Burgenland unter den BVZ-Meinungsmachern als sicheres Bundesland gilt, zeigt sich in der aktuellen Umfrage eindeutig: Nur 7,8 Prozent der Befragten gaben an, sich wenig bis gar nicht sicher zu fühlen. Zugleich sprechen sich aber auch 62,1 Prozent für eine Aufstockung des Polizei-Kontingents aus.
Eine Forderung, die Landeshauptmann Hans Niessl seit geraumer Zeit verfolgt: Er sieht das Burgenland aufgrund seiner Lage als „Sicherheitsdienstleister“ und wünscht sich anstelle des mit Jahresende auslaufenden Assistenzeinsatzes „ein Mehr an Polizei“. Sein Regierungspartner und Landesvize Franz Steindl hingegen wünscht sich „ein Ende der Verunsicherungspolitik aus populistischen Gründen“, fordert aber ebenso weitere Investitionen. Gemeinsam setzen Niessl und Steindl auf das „Sicherheitspaket“, das derzeit mit dem Innenministerium geschnürt wird.
Auf die Statistik verweist indes Landespolizeikommandant Nikolaus Koch: Während auf das Burgenland nur rund 1,8 Prozent aller Straftaten in Österreich entfallen, versehen hier fünf Prozent aller Polizisten ihren Dienst, was zudem die höchste Polizeidichte aller Bundesländer ergibt. Laut Koch wolle man sich aber bemühen, noch stärker auf den Straßen sichtbar zu sein.
Beliebte Einsatzkräfte und Pattstellung im Heeres-Streit
Über den Zuspruch der BVZ-Meinungsmacher können sich auch die weiteren Sicherheitseinrichtungen freuen (siehe Grafik unten). Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl führt die Beliebtheit seiner Florianis auf die „flächendeckende Einsatzbereitschaft“ zurück.
Für Rotkreuz-Präsident Bruno Wögerer war die Einrichtung der Landessicherheitszentrale „ein wichtiger Schritt zur Effizienzsteigerung“ der Organisationen.
Was die Diskussion um das Bundesheer – das vor allem beim Katastrophenschutz das Vertrauen der Bevölkerung genießt – angeht, ergibt sich bei den BVZ-Meinungsmachern eine Pattstellung: 50 Prozent sind gegen die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht. Dass er dennoch an seinen Reformplänen festhalten will, unterstreicht Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) im Gespräch mit der BVZ: „Wir sind überzeugt, dass sich bei einer etwaigen Volksbefragung die besseren Argumente für ein Profi-Heer und gegen die Wehrpflicht durchsetzen werden“, zählt der Minister auf die Einbindung der Bevölkerung. Auch der Bereich des Katastrophenschutzes sei mit einem Berufsheer „zu 100 Prozent abgedeckt“.
Seite an Seite: Landeschef Niessl und Verteidigungsminister Darabos (v.l.) bei der Verabschiedung von UNO-Friedenstruppen in Eisenstadt. Die Heeres-Reform bleibt ein gemeinsames Anliegen.HAFNER






