Erstellt am 16. Mai 2012, 07:42

104 Haustiere gehortet. TIERQUÄLEREI / Vor Kurzem wurde ein Grundstück von Polizei, Behörde und Gemeinde geräumt. Die Besitzer horteten Tiere.

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HALBTURN / Das Chaos hat ein Ende: Auf einem Grundstück mitten in Halbturn hielt ein Paar 104 Tiere auf engstem Raum und unter widrigsten Umständen. Fast acht Jahre lang stritten die Gemeinde und die Nachbarn mit den beiden Tierhaltern. Nun ist es gelungen mit der Polizei, der Behörde und Gemeindearbeitern das Grundstück zu räumen.

Bürgermeister Ulram war  bei der Räumung dabei

So geschehen am 9. Mai um 10 Uhr. ÖVP-Bürgermeister Markus Ulram ließ es sich nicht nehmen, live dabei zu sein und selbst Hand an zu legen - obwohl er am selben Tag seine standesamtliche Hochzeit hatte. „Die Sache war einfach viel zu wichtig, da musste ich dabei sein“, berichtete er der BVZ. Ein romantischer Start in den so wichtigen Tag sieht aber gewiss anders aus: 51 Schafe, 36 Hunde, neun Pferde und acht Ziegen lebten auf dem Grundstück auf engstem Raum. Was das Räumungsteam zu Gesicht bekam: ein verendeter Hund, ein Schaf mit drei Beinen und ein Schaf mit offener Schädeldecke. „Das hatte nichts mehr mit der Tierhaltung, sondern mit Tierquälerei zu tun“, sagte Ulram. Die Schafe und Pferde wurden nun in Halbturn untergebracht: Für acht Wochen wurde ihnen einen Unterschlupf geschaffen. Die Hunde kamen in ein Tierheim in St. Margarethen. Warum acht Wochen? Das ist eben jener Zeitraum, in dem die betreffenden Tierhalter (beiden wurde nun ein Tierhalteverbot auferlegt, Anm.) vom Gesetz her die zeitliche Möglichkeit haben, den Tieren einen artgerechten Unterschlupf zu bieten. „Und da sage ich: Das wird nicht möglich sein. Nach all dem, was wir dort erlebt haben, sage ich, dass es so etwas in Halbturn nicht mehr geben wird“, stellte Ulram klar.

Rattenplage brachte die  Nachbarn auf die Palme

Vor allem den Nachbarn fiel ein Stein vom Herzen. Geruchs- und Lärmbelästigung standen an der Tagesordnung. „Es traute sich Hintaus auch keiner mehr vorbeigehen, weil man vor den Hunden Angst haben musste“, so Ulram. Übrigens beklagten sich die Nachbarn auch oftmals über Ratten. Ulram: „Wir haben die Kammerjäger durchgeschickt, aber es lässt sich schwer sagen, ob sich die Ratten nicht versteckt haben.“ Trotzdem ist sich der Bürgermeister sicher, dass dieses Problem auch schon bald keines mehr sein wird.