Erstellt am 28. Mai 2015, 11:04

von APA/Red

15-Jähriger seit mehr als 24 Stunden vermisst. Am Neusiedler See ist Donnerstag früh die Suchaktion nach dem seit Dienstagnachmittag vermissten 15-jährigen Segler aus Oberösterreich mit fünf Booten von Feuerwehr und Polizei fortgesetzt worden.

 |  NOEN, Bezirksfeuerwehrkommando Neusiedl am See
Auch in der Nacht fuhr ein Boot mit fünf Besatzungsmitgliedern den See ab. "Die Lage ist unverändert", sagte Polizeisprecher Wolfgang Bachkönig.

Der Katamaran, mit dem der Bursche und sein Vater am Dienstag unterwegs waren, war am Nachmittag bei Podersdorf gekentert. Beide fielen ins Wasser, konnten sich zunächst aber in das Boot retten.

Rettungskissen nicht mehr erwischt

Der Bursch sprang laut Polizei wieder ins Wasser, um eine Leine zu lösen. Dabei erfasste ihn eine Welle. Obwohl ihm sein Vater ein Rettungskissen zuwarf und ins Wasser nachsprang, konnte er ihn nicht mehr erwischen.

Nachdem es der Mann zurück zum Boot geschafft hatte, setzte er einen Notruf ab. Er konnte unverletzt geborgen werden. Von dem Burschen fehlte seither jede Spur.

Vier Suchhunde und sieben Boote im Einsatz

"Ab sofort haben wir vier Suchhunde im Einsatz", berichtete Polizeisprecher Wolfgang Bachkönig am späten Donnerstagvormittag.

Auch ein Hubschrauber des Innenministeriums wurde für die Suche nach dem seit Dienstagnachmittag vermissten 15-Jährigen angefordert.

Insgesamt seien nun sieben Boote, fünf von der Polizei und zwei von der Feuerwehr, am See unterwegs.

BVZ.at berichtet seit Dienstag: 15-Jähriger am Neusiedler See vermisst

Am Neusiedler See ist am Mittwoch um 4.30 Uhr die Suche nach einem vermissten 15-Jährigen fortgesetzt worden. Der Bursch war am Dienstagnachmittag mit seinem Vater segeln, bis dato (Mittwochnachmittag) fehlt von ihm jede Spur.

Der Katamaran kenterte bei Podersdorf, der Vater konnte geborgen werden. Nach dem 15-Jährigen wird seither - mit kurzer Unterbrechung in der Nacht - gesucht.

Polizei und Feuerwehr mit Booten im Einsatz

x  |  NOEN, Bezirksfeuerwehrkommando Neusiedl am See
"Die Suchaktion ist in vollem Gange. Derzeit herrscht allerdings Sturmwarnung rund um den See", schilderte ein Sprecher der Landessicherheitszentrale Burgenland. Laut Auskunft der Exekutive waren in der Früh zwei Polizeiboote mit vier Mann unterwegs.

Auch die Feuerwehren Neusiedl am See und Weiden am See waren mit je einem Boot im Einsatz, hieß es aus der Feuerwehralarmzentrale. Außerdem plane die Polizei, das Küstengebiet abzugehen, teilte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland auf Anfrage mit.

Am Dienstag zeigte die Sturmwarnanlage Vorwarnstufe an. Der 15-Jährige aus Oberösterreich hatte  mit seinem Vater einen Segelausflug mit einem Katamaran unternommen, bei dem das Boot bei Podersdorf (Bezirk Neusiedl am See) wahrscheinlich aufgrund des starken Windes gekentert war. Laut Polizeiangaben fielen die zwei dabei ins Wasser und konnten sich zunächst noch in das Boot retten.

Als der Bursch danach ins Wasser sprang, um eine Leine zu lösen, damit das Boot wieder aufgestellt werden kann, erfasste ihn eine Welle. Obwohl der Vater seinem Sohn ein Rettungskissen zuwarf und ins Wasser nachsprang, konnte er ihn nicht mehr erwischen.

Nachdem der Mann es zurück zum Boot geschafft hatte, setzte er einen Notruf ab. Ob er bei dem Unfall verletzt wurde, war zunächst nicht bekannt. Ein Kriseninterventionsteam betreute die Familie.

Starker Wind und Wellen erschweren Suche

x  |  NOEN, Bezirksfeuerwehrkommando Neusiedl am See
Die Suchaktion startete am Dienstag um etwa 14.45 Uhr. Sechs Feuerwehr-Bootstützpunkte sowie die Tauchstaffel des Landesfeuerwehrverbandes waren mit insgesamt 30 Mitgliedern sechs Feuerwehrbooten sowie 15 Feuerwehrtauchern im Dauereinsatz.

Unterstützt wurde die Suche von zwei Polizeibooten sowie einem Polizeihubschrauber. Durch die starken Windböen und dem dadurch hohen Wellengang gestaltete sich die Suche entsprechend schwierig, teilte Oberbrandinspektor Peter Kroiss vom Bezirksfeuerwehrkommando Neusiedl am See in einer Aussendung mit.

Die Suche wurde über die Nachtstunden mit einem Feuerwehrboot inklusive Wärmebildkameras und Nachtsichtgeräten fortgesetzt, hieß es. Laut Feuerwehralarmzentrale dauerte der Einsatz bis in die Nachtstunden.

Die Suche nach dem seit Dienstagnachmittag Vermissten gestaltet sich schwierig: "Der See ist an der Stelle, wo es zu dem Unfall gekommen sein dürfte, etwa eineinhalb bis zwei Meter tief. Das ist nicht mehr so seicht, wie man den Neusiedler See sonst kennt", schilderte Peter Kroiss vom Bezirksfeuerwehrkommando Neusiedl am See am Mittwoch.

Am Dienstagnachmittag habe man weder vom Hubschrauber aus noch aus den Booten etwas entdecken können. "Seitens der Feuerwehr gehen wir von einer Lebend-Bergung aus. Möglicherweise hat sich der Bursche an Land retten können und liegt irgendwo sehr erschöpft. Wir gehen jedenfalls vom Besten aus", sagte Kroiss.

UPDATE: Lage unverändert, Vater unverletzt

24 Stunden nach Beginn des Einsatzes mit Feuerwehr- und Polizeibooten war die Lage am Mittwochnachmittag weiterhin unverändert. "Wir suchen weiter", so Peter Kroiss vom Bezirksfeuerwehrkommando Neusiedl am See zur APA.

Die Feuerwehr Weiden am See hatte den Katamaran entdeckt. Der Vater des Burschen wurde laut Bezirkshauptmannschaft unverletzt gerettet. Die Suchaktion war am Dienstag um etwa 14.45 Uhr gestartet worden.

Am Mittwochnachmittag waren weiterhin drei Feuerwehr- und zwei Polizeiboote an der Suche beteiligt. Das Suchgebiet zwischen Podersdorf und Illmitz erstreckte sich über eine Länge von etwa zehn bis zwölf Kilometern, so Kroiss.

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Hintergrund zum Unfall:

Die beiden Männer waren am Dienstag auf einem Segelausflug, als das Boot kenterte. Laut Wolfgang Bachkönig vom Landespolizeidirektion Burgenland fielen die zwei ins Wasser, konnten sich aber zunächst noch in das Boot retten. Der Bursch sprang jedoch wieder ins Wasser, um die Leine zu lösen, damit das Segel abgezogen und das Boot aufgestellt werden kann. Dabei wurde er von einer Welle abgetrieben.

Der Vater warf seinem Sohn ein Rettungskissen zu und sprang ihm nach, konnte ihn jedoch nicht mehr erwischen, erklärte Bachkönig. Der Mann schaffte es zurück auf das Boot und setzte einen Notruf ab. Der Katamaran wurde schließlich von der Feuerwehr Weiden am See entdeckt.