Erstellt am 10. Juni 2015, 15:26

von Paul Haider

15-Jähriger starb: Nun Ermittlungen gegen Vater. Der am See vermisste 15-Jährige wurde letzte Woche tot geborgen. Dem Vater droht jetzt eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung.

Auf der Suche. Eine Woche lang wurde am See gesucht. Foto: Kroiss  |  NOEN, Kroiss

Im Fall des seit 26. Mai am Neusiedler See vermissten 15-Jährigen gibt es nun traurige Gewissheit: Der Bursch hat den Bootsunfall nicht überlebt.

Am Dienstag vergangener Woche wurde der Leichnam des Jugendlichen zwischen Podersdorf und Breitenbrunn am Wasser treibend gefunden – BVZ.at hatte berichtet:



Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Vater des Jugendlichen: „Es gibt Ermittlungen gegen den Vater des tödlich Verunglückten wegen fahrlässiger Tötung, allenfalls unter besonders gefährlichen Umständen“, bestätigt Roland Koch von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt gegenüber der BVZ.

Strafmaß: bis zu drei Jahre

Laut Koch wurde eine Obduktion der Leiche des 15-Jährigen angeordnet. Der aufblasbare Katamaran, mit dem die beiden gekentert waren, soll von einem Sachverständigen überprüft werden.

„Es besteht der Verdacht, dass die Sorgfaltspflicht vom Vater vernachlässigt wurde. Aber es ist noch zu früh, um zu sagen, welche Fehler konkret gemacht wurden, das ist Gegenstand der Ermittlungen“, erklärt Roland Koch. Es sei denkbar, dass es Ausrüstungs- und Sicherheitsmängel gegeben habe, die zum Unglück geführt haben könnten, so Koch weiter.

Sollte ein Hauptverfahren gegen den Vater des verunglückten Burschen eingeleitet werden, dann liegt der Strafrahmen bei fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Umständen bei bis zu drei Jahren.
Bis zum Ende des Ermittlungsverfahrens würde es laut Roland Koch „sicher noch einige Wochen“ dauern.