Erstellt am 21. August 2013, 12:24

2013: Weniger, aber fruchtige Weine. Seewinkel und Umgebung | Bezirkswinzer erwarten Einbußen auf Quantität, mit der Qualität zeigen sich Weinbauern aber sehr zufrieden.

Lesestart. Mit der Sorte »Bouvier«, die zu Jungwein verarbeitet wird, wurde in Podersdorf, hier bei Julius Steiner, bereits in der Vorwoche mit der Weinernte begonnen. Foto: privat  |  NOEN, privat
Von Pia Reiter

Minus 20 Prozent | Start der Weinlese für den Jahrgang 2013: Bereits am Freitag, dem 16. August wurde in den frühen Morgenstunden in Podersdorf am See mit der Jungweinlese begonnen. Gelesen wurde die frühreife Sorte Bouvier, wo in den nächsten Wochen der Jungwein „Junger Podersdorfer“ gekeltert und vinifiziert wird.

Hoffen auf Regen: „Dann haben wir fast schon gewonnen“

Weinbau- und Kellermeister Julius Steiner (Winzerhof Julius Steiner) sagt: „Die handgelesenen Trauben haben ein Mostgewicht von 16° KMW - perfekte Voraussetzungen für einen jungen, spritzigen Weißwein.“ Bereits in der ersten Septemberwoche soll der Jungwein schon verkauft werden.

Derzeit noch nicht gelesen wird bei Johann Kroiss aus Illmitz: „Wir sind noch nicht dabei, wollen noch ein bisschen abwarten und planen ab Freitag mit der Weinlese für den Jungwein zu beginnen.“ Er hofft bis dahin noch auf ein bisschen Regen: „Dann haben wir fast schon gewonnen.“

Wenig Säure bei Dürre: Fruchtiger Jahrgang

Müller-Thurgau sei die nächste Sorte, die geerntet werden könne. Die Erwartungen des Winzers an den heurigen Jahrgang: „Von der Quantität wird es viel weniger. Der Regen hat einfach gefehlt, deshalb sind die Beeren nicht so gefüllt und das hat natürlich Auswirkungen auf die Pressung.“ Seine Mengen-Prognose trifft er anhand von jahrelanger Erfahrung: „Es sind nicht zehn Prozent, sondern eklatant weniger.“ Bei extremer Hitze und Dürre hat der Wein wenig Säure, deshalb rechnet Kroiss für 2013 mit sehr fruchtigen Weinen.

Optimistisch zeigt sich der Golser Winzer Michael Allacher, Bezirksobmann des Weinbauvereins: „Es war ein trockenes Weinjahr, aber ich rechne mit einer guten Qualität, für den heurigen Jahrgang schaut es super aus.“

St. Laurent oder Muskat Ottonell mit Fast-Ausfall

Manche Sorten hätten nach einer schlechten Blüte im Frühjahr aber fast mit einem Ernte-Ausfall zu rechnen: „Betroffen sind vor allem die Sorten St. Laurent oder Muskat Ottonell. Da gibt es mengenmäßig sicher einen Verlust. Sehr gut verblüht hingegen ist die Sorte Zweigelt.“

Wer wie viele Mengeneinbußen zu beklagen hätte, das außerdem würde vor allem damit zusammenhängen, ob der jeweilige Betrieb die Möglichkeit zur Bewässerung hatte oder nicht. „Ich schätze den Ernteausfall auf circa 20 Prozent“, sagt Allacher.

Der Beginn der Rotweinlese im Bezirk, so rechnet der Obmann, wird nicht so frühzeitig wie voriges Jahr stattfinden: „Nach derzeitigem Stand werden wir im Zeitraum vom 10. bis 15. September starten“, sagt Allacher.