Erstellt am 26. Februar 2014, 23:59

24 Euro pro Pferd statt Umsatzsteuer. Statt 20 Prozent soll es nun für Einstellpferde eine Pauschale geben, Gesetzesänderung derzeit in Begutachtung.

Schwieriger Markt. Florian Tschida, vom Reitsportzentrum Simonhof in Illmitz, will trotz wirtschaftlichen schweren Zeiten und neuer Belastungen nicht an der Qualität bei seinen Einstellpferden sparen. Pia Reiter  |  NOEN

PODERSDORF AM SEE/ ILLMITZ /  Eine Gesetzesänderung sorgte bereits seit Jahresbeginn für gehörig Wirbel unter Pferdeeinstellern. Denn seit 1. Jänner unterliegen landwirtschaftliche Betriebe, die Pferde einstellen, nicht mehr der Umsatzpauschalierung für Landwirte und hätten 20 % Umsatzsteuer zahlen müssen. Im Bezirk liegen die Einstellkosten pro Pferd zwischen 250 bis 350 Euro pro Monat. Viele sahen deshalb ihre wirtschaftliche Existenz bedroht und äußerten ihren Unmut.

Pro Pferd und Monat ist ein Pauschalbetrag von 24 Euro zu bezahlen

Nun gibt es laut Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) eine Einigung und eine damit verbundene Entlastung für die betroffenen Betriebe: Pro Pferd und Monat ist ein Pauschalbetrag von 24 Euro zu bezahlen. Ein dementsprechender Gesetzesentwurf liegt derzeit bei Minister Michael Spindelegger zur Begutachtung und soll Ende März beschlossen werden. „Wir haben uns dafür eingesetzt, eine für unsere bäuerlichen Betriebe zufriedenstellende Lösung zu erreichen“, so Landesrat Andreas Liegenfeld und Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger.

Für Andreas Lang vom Georgshof in Podersdorf am See ein Grund, aufzuatmen: „Wenn es durchgeht, ist es ein Vorteil. Wir sind ein Gewerbebetrieb und waren schon vor zwei Jahren von der Gesetzesänderung betroffen. Wir haben Einbußen, weil wir die Erhöhung nicht auf die Gäste umgelegt haben.“

Florian Tschida, der im Rahmen des Reitsportzentrum Simonhof einen landwirtschaftlichen Einstellbetrieb führt, bezeichnet die Situation als „ein Tohuwabohu“. Er kritisiert, dass es im Vorfeld keinen ausreichend rechtzeitigen Informationsfluss seitens der Politik gegeben habe: „Es ist kompliziert, wir haben Einstellverträge mit unseren Kunden, die somit das Recht haben, rechtzeitig über Erhöhungen Bescheid zu wissen.“ Hauptthema und gleichzeitig ein „Riesenproblem“ ist laut Tschida aber, dass aufgrund einer immer strikteren Auslegung der Gewerbeordnung (Einstellen in einem landwirtschaftlichen Betrieb ist ein „Nebengewerbe“, sprich es muss einem landwirtschaftlichen „Hauptbetrieb“ unterliegen) es vielen Reitbetrieben drohen könnte, unter die Gewerbeordnung zu fallen.

„Es sind in einem solchen Fall Betriebsanlagengenehmigungen notwendig, die mit großen Auflagen verbunden sind, und dass, wo aktuell die Pferdewirtschaft nicht nur in Österreich, sondern auch im Bezirk ohnedies schon belastet genug ist.“