Erstellt am 09. Juni 2013, 16:29

32 Jungstörche bevölkern heuer Rust. Am Wochenende war es im burgenländischen Rust wieder soweit: In der Freistadt am Neusiedler See findet jährlich im Frühjahr eine Storchenzählung statt.

 |  NOEN, HERBERT PFARRHOFER (APA)
Heuer bevölkern 32 Jung-Adebare die Nester über den Dächern der Stadt, 14 Brutpaare ziehen Nachwuchs auf, so Erich Malzl vom Storchenverein am Sonntag. Eine Storchenrettung meldete die Feuerwehr im Bezirk Oberpullendorf: In Strebersdorf wurde ein Vogel geborgen, der sich in eine Stromleitung verflogen hatte.

Einem weiteren Storchenpaar, das in Rust überwintert hatte und früher zu brüten begann, machte das kalte Wetter einen Strich durch die Rechnung. Zwei weitere Jungvögel wurden von Mitarbeitern des Storchenvereins verendet gefunden. Sie waren von den Eltern aus dem Nest geworfen worden. Ein Schicksal, das jeweils die schwächsten Tiere ereilt, wenn sich drei oder vier Jungstörche im Nest befinden und die Eltern nicht alle mit ausreichend Nahrung versorgen können.

"Wenn die Jungen schlüpfen, brauchen sie viel Kleinmaterial wie Käfer und Würmer", erläuterte Malzl. Wegen des schlechten Wetters konnten heuer jedoch die Futterwiesen zunächst nicht gemäht werden, da sonst das Heu verdorben wäre: "Ins hohe Gras gehen Störche nicht." So mussten sich die Tiere mit der Nahrung begnügen, die sie in den Weingärten fanden.

Schönes Wetter vorausgesetzt, sollte es bei der weiteren Aufzucht der Jungstörche keine Probleme mehr geben. Bis Mitte Juli dürfte dann der Nachwuchs flügge sein. Schließlich könnten heuer bis zu 70 Störche den Himmel über Rust bevölkern: "Dann geht es rund", sagte Malzl.

Jener Meister Adebar, der Sonntagvormittag in Strebersdorf in einer Stromleitung gelandet war, hatte sich dabei schwer verletzt. Nach einer Störung im örtlichen Stromnetz hatte die Polizei die Feuerwehr Lutzmannsburg verständigt. Zwei Helfer nahmen sich des Storches an, der schließlich der Tierrettung übergeben wurde. "Sowas habe ich in meiner langen Feuerwehrkarriere noch nicht erlebt", meinte Ortsfeuerwehrkommandant Ewald Weber über den ungewöhnlichen Einsatz.