Erstellt am 08. Juni 2011, 00:00

450.000 Gurken entsorgt. LANDWIRTSCHAFT / Der Gemüsemarkt steckt in einer Krise. Bauern werben nun mit frischen heimischen Produkten.

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WALLERN / Gemüse hat sein gutes Image in den vergangenen Tagen längst verloren. Die Vermutung das gefährliche Darmbakterium EHEC habe sich durch spanische Gurken verbreitet, hat auch für heimische Bauern schwerwiegende Folgen. Werner Perlinger, Gemüsegroßhändler aus Wallern, muss 450.000 Stück Gurken vernichten. Sie werden zerschreddert und eingeackert. „So etwas habe ich in meinem Geschäft noch nie erlebt. Die nun auf dem Acker landenden Früchte waren schon fix geordert. Absolut reines Gemüse von 16 Produzenten landet nun auf dem Feld“, sagt Werner Perlinger. Die Gurken wären vergangene Woche für die verschiedensten Handelsketten vorgesehen gewesen. Frische Lieferungen von 20.000 Karton erwartet er diese Woche. Der Verkauf sei noch nicht gesichert.

Unterdessen fiel der Verdacht deutscher Behörden bei der Suche nach der Quelle für die schwere EHEC-Epidemie auf Sprossen aus Norddeutschland.

Werben für regionales und  saisonales Gemüse

Es gelte nun, die Vorteile von heimischen Lebensmitteln herauszustreichen, sagt Agrar-Landesrat Andreas Liegenfeld: „Durch strenge interne und externe Kontrollen wird ein hoher ökologischer Standard gewährleistet.“ Josef Peck, Geschäftsführer der Sonnengemüse Vertriebsgesellschaft in Wallern, weist darauf hin, dass die Auswirkungen am gesamten Gemüsemarkt zu spüren seien. In der vergangenen Woche wurde im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent weniger Gemüse umgesetzt.

 

AMA-Gütesiegel und  strengste Kontrollen

Das EHEC-Bakterium kommt vorwiegend im Verdauungstrakt von Wiederkäuern vor. Organische Dünger und kontaminiertes Gieß- und Waschwasser stellen ein mögliches Risiko für eine EHEC-Kontermination dar. „Diese Quellen können bei uns vollständig ausgeschlossen werden“, betont Peck, „unser Gemüse wird ausschließlich mit Trinkwasser gewaschen, das laufend vom Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland überprüft wird.

Außerdem sei eine hohe Qualität der heimischen Produkte durch zahlreiche Zertifizierungen, die mit strengen Kontrollen verbunden sind, gesichert. Darunter auch das AMA-Gütesiegel. Produktion und Produktbehandlung müssen zu 100 Prozent in Österreich erfolgen. Daraus resultieren kurze Transportwege, die natürliche Frische sichern.