Erstellt am 24. September 2015, 14:25

von APA/Red

7.000 Menschen kamen seit Mitternacht in Nickelsdorf an. In Nickelsdorf sind am Mittwoch knapp 7.000 Flüchtlinge angekommen. Das schätzte Polizeisprecher Helmut Marban am Nachmittag auf Anfrage.

 |  NOEN, Kandlbauer
Die Polizei gab in einem "Lagebild" bekannt, dass von 0 bis 14 Uhr am Donnerstag 5.151 Menschen in Nickelsdorf angekommen waren:

Nach Angaben von Polizei und Rotem Kreuz war geplant, die Menschen mit Bussen in die Notquartiere nach Klagenfurt und Villach zu transportieren.

Etwa 600 Menschen sollen nach Klagenfurt gebracht werden, rund 400 nach Villach. Ihr Eintreffen wurde für den Nachmittag angekündigt, genauere Angaben zu Uhrzeiten und Zahl der Busse gab es vorerst nicht.

In Kärnten befanden sich am Donnerstag in der Früh keine Flüchtlinge in den Notquartieren. Auch an den Grenzen gab es bisher keinerlei Aufgriffe, weder von Flüchtlingen noch von Schleppern.
 

Situation Mittwochabend:

Am Mittwoch waren in Nickelsdorf knapp 7.000 Flüchtlinge angekommen. Das schätzte Polizeisprecher Helmut Marban am Nachmittag auf Anfrage.

Insgesamt vier Züge waren im Lauf des Tages eingetroffen. Der mit an die 2.500 Personen am stärksten besetzte hatte in den frühen Morgenstunden den Bahnhof von Hegyeshalom erreicht, von wo die Menschen zu Fuß über die Grenze ins Burgenland marschierten.

"Menschen sind nach wie vor sehr diszipliniert"

Am Nachmittag befanden sich nach Schätzungen der Polizei noch einige Hundert Menschen am Grenzübergang.

Sechs Busse waren dabei, Personen aufzunehmen, um sie nach Oberösterreich zu bringen. "Es läuft somit ganz ruhig", schilderte Marban.

Die Menschen seien nach wie vor sehr diszipliniert und warteten geduldig auf die Weiterreise: "Manche fahren auch mit Taxis weiter". In der Nacht erwarte man vielleicht den einen oder anderen Zug. In Heiligenkreuz im Lafnitztal passierten am Mittwoch rund 200 Flüchtlinge die Grenze, berichtete Marban.

Am Vortag hatten etwa 5.400 Flüchtlinge die österreichischen Grenzen passiert. Davon kamen laut Polizeiangaben von Mittwoch 4.500 Flüchtlinge in Nickelsdorf und 330 in Heiligenkreuz an. In der Steiermark hatte es 570 Ankünfte gegeben. Die Tiroler Polizei meldete rund 40 Aufgriffe in internationalen Reisezügen.

Rund 8.500 Personen in Notunterkünften

In Notunterkünften befanden sich am frühen Vormittag rund 8.500 Personen, hieß es auf Anfrage beim Roten Kreuz. An den Sammelstellen wurden zusätzlich 3.000 Flüchtlinge betreut, in erster Linie in Nickelsdorf.

Bei diesen 11.500 Personen im Betreuungssytem handle es sich um Schätzungen, die Zahlen schwanken laufend, betonte Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK). In der Früh waren beispielsweise viele Menschen, die die Nacht in Salzburg verbracht haben, nicht mehr erfasst, da diese bereits wieder Richtung deutsche Grenze unterwegs waren.

In Salzburg nahmen die nach Deutschland weiterreisenden Flüchtlinge beim Grenzübergang Freilassing trotz schlechten Wetters und niedriger Temperaturen die Notversorgung nur spärlich an

"Das Problem ist, dass die Flüchtlinge ihren Platz an der Grenze nicht verlassen wollen, weil sie Angst haben, nicht mehr nach Deutschland hineinzukommen", sagte Michael Haybäck, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung im Magistrat der Stadt Salzburg. Kinder, die die Nacht auf Mittwoch an der Saalach-Brücke im Regen verbracht hatten, seien krank geworden und mussten in Spitäler gebracht werden.