Erstellt am 20. September 2015, 08:29

von APA/Red

7.000 Personen in Nickelsdorf. In Nickelsdorf werden sich laut Polizei in Kürze 7.000 Flüchtlinge befinden.

 |  NOEN, BVZ
"Sehr, sehr viele sind mit Taxis weitergefahren. Außerdem sind einige Busse unterwegs, mit denen die Menschen in Quartiere in anderen Bundesländer gebracht werden", sagte Polizeisprecher Gerald Pangl auf Nachfrage der APA. Man habe Quartiere "bis runter nach Kärnten".

"Es lockert sich hier alles auf. Die Schlange von heute Nachmittag hat sich halbiert. Es fahren laufend Busse, viele Taxis sind unterwegs." Die Lage könnte sich allerdings bald wieder ändern. "Es gibt Gerüchte, dass 3.000 Personen in Ungarn unterwegs sind und hier herkommen. Aber bestätigt haben wir das nicht", sagte Pangl.

"Vor Kurzem gab es Meldungen, dass zwei Züge nach Hegyeshalom kommen. Diese Züge mit 1.900 und 1.100 Personen dürften nun angekommen sein. Gerade treffen Flüchtlinge hier bei uns ein", schilderte Polizeisprecher Gerald Pangl heute, Sonntagvormittag, der APA die Lage. In Heiligenkreuz befinden sich aktuell 250 Personen.

BVZ.at hatte heute bereits berichtet:

Sonderzug mit Flüchtlingen von Nickelsdorf in Richtung Linz

In der Nacht sei bereits ein Sonderzug mit 400 Personen von Nickelsdorf in Richtung Linz gefahren. "Heute um 09.00 Uhr wurden weitere 400 mit einem Sonderzug nach Salzburg gebracht", sagte Pangl. Wie schon am Samstag nutzen viele Flüchtlinge Taxis, um weiterzureisen. "Busse sind bereitgestellt, allerdings ist es sehr schwer Quartiere zu finden", erläuterte der Polizeisprecher.

Bereits am Samstag hatte man Busse parat, wartete allerdings auf Informationen, wo die Menschen hingebracht werden können. "Vereinzelt fahren immer wieder Busse", berichtete Pangl. Auch heute, Sonntag, soll dies wieder so sein. Weitere Sonderzüge waren zunächst nicht geplant. Die Flüchtlinge sollen so schnell wie möglich weitertransportiert werden.

Kapazitäten der Einsatzkräfte bleiben voll aufrecht

In Heiligenkreuz kamen in der Nacht immer wieder Personen mit Bussen an. "Derzeit haben wir 250 Leute hier, die in den nächsten Stunden mit Bussen in Unterkünfte gebracht werden sollen", berichtete Polizeisprecher Gerald Koller, der im Landessüden stationiert ist. Obwohl die Lage am Vormittag zunächst ruhig war, bleiben die Kapazitäten der Einsatzkräfte voll aufrecht. Man rechne mit weiteren Ankünften, sagte Koller.

Derzeit befinden sich rund 7.000 Flüchtlinge im burgenländischen Nickelsdorf an der Grenze zu Ungarn. Doch die Zahl steigt weiter an: In ein bis zwei Stunden wird erneut ein Zug nach Hegyeshalom in Ungarn mit bis zu 2.000 Personen ankommen, die wieder in Nickelsdorf zu erwarten sind, hieß es vonseiten der Einsatzkräfte vor Ort.

A4 bei Nickelsdorf gesperrt

 Die A4 (Ostautobahn) beim Grenzübergang Nickelsdorf im Burgenland ist erneut gesperrt worden. Die Sperre wurde am Sonntag um 14.55 Uhr verfügt, sagte ein ÖAMTC-Sprecher der APA. Wie lange sie aufrecht bleibe, sei noch nicht abschätzbar.

Erneut Zug aus Hegyeshalom mit 2.000 Personen erwartet

Gleichzeitig werden laufend Flüchtlinge weitergebracht, wohin genau, ist aber nicht immer klar. Um 11:00 Uhr geht ein Sonderzug in Richtung Wien mit 450 Personen. Außerdem nutzen viele Flüchtlinge Taxis für die Weiterfahrt, die in Nickelsdorf zahlreich zu sehen sind.

Trotz des großen Flüchtlingsandrangs war die Lage in Nickelsdorf am Sonntagvormittag ruhig. Die Wartenden wurden mit Verpflegung versorgt und stellten sich in Schlangen für die Weiterfahrt an.