Erstellt am 11. November 2015, 05:22

von Paul Haider

A4-Drama: Parndorf übernimmt Beerdigung. Die Gemeinde Parndorf ist für die Beisetzung der nicht identifizierbaren Opfer der Flüchtlingstragödie verantwortlich.

 |  NOEN, Werner Müllner
Für Parndorf ist die Aufarbeitung des Flüchtlingsdramas von Ende August noch nicht vorbei.

Nach dem ersten Schock über die 71 Toten, stellte sich auch die Frage, wie und wo die Verstorbenen beigesetzt werden sollen. Laut dem burgenländischen Bestattungsgesetz ist die Gemeinde Parndorf für die Beisetzung der Toten verantwortlich, da sie hier aufgefunden wurden.

„Mussten mit bis zu 250.000 Euro Kosten rechnen“

Damit stand Parndorf vor einem finanziellen „Horrorszenario“, wie es Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) heute bezeichnet.

„Die ersten Vermutungen waren, dass die Identifizierung schwierig wird und es kaum Rückführungen geben wird. Wir mussten mit Kosten von bis zu 250.000 Euro rechnen“, schildert der Ortschef im Gespräch mit der BVZ.

Zudem hätte es sich schwierig gestaltet, einen geeigneten Ort zur Beisetzung der Flüchtlinge zu finden, da der Platz am Parndorfer Friedhof knapp ist.

„Landeshauptmann hat Unterstützung zugesagt“

Es sollte aber anders kommen als ursprünglich erwartet: Mittlerweile konnten 56 Opfer identifiziert und zum größten Teil von ihren eigenen Familien bestattet werden.

Bürgermeister Kovacs geht jetzt davon aus, dass Parndorf noch für die Beisetzung von fünf bis 15 Personen aufkommen muss, wofür ein Gesamtkostenvolumen von maximal 40.000 Euro errechnet wurde.

Darin sind bereits 15.000 Euro enthalten, die Parndorf für die Totenbeschau bezahlt hat. Für die Begräbniskosten soll die Gemeinde einen Zuschuss vom Land bekommen: „Landeshauptmann Niessl hat eine Unterstützung in der Höhe von circa 70 Prozent zugesagt“, sagt Bürgermeister Kovacs.

Beisetzung am Wiener Zentralfriedhof

Auch der Beisetzungsort der nicht identifizierten Opfer ist mittlerweile geklärt: Der Gemeinderat einigte sich in seiner Sitzung am Donnerstag darauf, die Bestattung Wien und den Zentralfriedhof mit der Abwicklung zu beauftragen.

Die Verstorbenen werden voraussichtlich auf einem Bereich für Personen ohne bekannte Religionsbekenntnis bestattet, der an den islamischen Teil des Zentralfriedhofs angrenzt.