Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Abgabenerhöhung für Neusiedls Schanigärten. UM 37 PROZENT / Stadt erhöht Gebühren für Wirte und Geschäfte für verbaute Gehsteige auf drei Euro pro Quadratmeter.

VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE / Gebrauchsabgaben sind in Österreich Gemeindeabgaben, die zu entrichten sind, wenn öffentliche Grundstücke, die dem Verkehr dienen für private Zwecke vorübergehend benutzt werden. Ob in welcher Höhe ist von der einzelnen Gemeinde abhängig.

Auch für die alljährlich neu zu bewilligenden Schanigärten ist eine Gebrauchsabgabe zu bezahlen.

In der Gemeinderatssitzung am 24. Februar beschloss der Gemeinderat die Erhöhung der Abgaben, die Wirte und Geschäftsleute für die Benutzung des Gehsteiges an die Stadt entrichten müssen. Die neue Gebühr wurde auf drei Euro pro Quadratmeter für die so genannten „verbauten Gehsteige“ erhöht. Nicht nur die Wirte der Stadt, die Schanigärten betreiben sind davon betroffen, sondern auch Geschäftsleute, die den Gehsteig vor ihren Shops für Gewandständer oder zum Ausstellen ihrer Verkaufsartikel nutzen.

Der Antrag wurde von Finanzstadtrat und Tourismusobmann Franz Rittsteuer (ÖVP) eingebracht, selbst Wirt des „Gasthaus zur Goldenen Traube“.

Außerdem gibt es noch eine weitere Änderung : „Es wird nur mehr die tatsächliche Benutzungsdauer abgerechnet. Nicht mehr eine Pauschale. Man bezahlt nur für die Zeit, in der man die Flächen auch nutzt, das heißt die Tische und Stühle oder zum Beispiel Gewandständer draußen stehen“, erklärt Rittsteuer.

„San Marco“ hat Neusiedls  größten Schanigarten

Der bekannteste Betreiber eines Schanigartens in der Stadt ist Marco Feletti, Inhaber der Pizzeria und Eisdiele „San Marco“. Er hat vor seinem Lokal 130 Sitzplätze. „Für mich ein wichtiges Geschäft, die Sommermonate sind ausschlaggebend“, sagt der Gastronom. Für die Erhöhung der Gebühr durch die Stadtgemeinde zeigt er durchaus Verständnis: „Alles ist teurer geworden. Sowohl für Strom, Wasser und Benzin zahlt man heuer um mindestens sechs bis acht Prozent mehr. Da überrascht mich die Abgabenerhöhung nicht. Das war zu erwarten.“ Weniger Verständnis würden da schon die Gäste zeigen, wenn sich die Erhöhung auch auf die Preise der Speisen auswirkt, so Feletti.