Erstellt am 29. August 2012, 00:00

Abschied vom eigenen Wasser. VOLKSBEFRAGUNG / 53,7 Prozent der Bürger sprachen sich für Anschluss an einen Wasserversorger aus. 29 Stimmen machten den Unterschied.

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POTZNEUSIEDL / Die Entscheidung ist gefallen - 53,7 Prozent der Bürger, die bei der Volksbefragung am Sonntag ihre Stimme abgaben, sprachen sich für den Anschluss an einen Wasserversorger aus. 46,3 Prozent stimmten für die Beibehaltung der eigenen Wasserversorgung. Ein Ergebnis, das in Potzneusiedl weiterhin hohe Wellen schlägt, lag die Wasserversorgung seit Bestehen von Potzneusiedl doch in den Händen der Gemeinde .

Hintergrund: Eine Entscheidung war nötig geworden, da die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Bürgermeister Franz Werdenich (ÖVP) kommentierte das Ergebnis wie folgt: „Die Mehrheit hat entschieden und wir werden nun versuchen, diese Entscheidung umzusetzen. Ich finde es schade, dass die Sachlichkeit des Themas für manche nicht im Vordergrund stand, sondern das Parteipolitische.“

Vizebürgermeisterin Andrea Netuschill (SPÖ) gegenüber der BVZ: „Die Bürger haben entschieden und das hat für die weitere Arbeit des Gemeinderats höchste Priorität. Wir akzeptieren das Ergebnis, auch wenn wir uns für die eigene Wasserversorgung im Ort eingesetzt haben.“

Über 30.000 Euro  Ersparnis für Gemeinde

FPÖ-Gemeinderat Michael Petronits kommentiert das Ergebnis wie folgt: „Ich persönlich bin erleichtert. Wenn die Volksbefragung anders ausgegangen wäre, hätte ich nicht gewusst, wie es für die Gemeinde möglich gewesen wäre, dies weiterhin zu finanzieren.“ Nun wird sich der Gemeinderat eingehend mit dem Ergebnis auseinandersetzen - aller Voraussicht nach wird es einen Beitritt zum Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland geben, der der Gemeinde Jahreskosten von rund 33.838 Euro bringt. (Anmerkung: Kosten weiterer Varianten in der Infobox). Gerhard Zapfl, Obmann des Wasserverbandes Nördliches Burgenland meint: „Der Verband wurde 1956 gegründet. Als viertgrößter Wasserversorger Österreichs stellen wir Trinkwasser in bester Qualität und ausreichender Menge zur Verfügung. Betrachtet man die zwei Varianten der eigenen Wasserversorgung und der Versorgung durch einen Verband auf der finanziellen Vergleichsebene und legt Kosten und Ausgaben dafür offen auf den Tisch, so sprechen sie eine eindeutige Sprache.“

Damit ist Mönchhof nun die einzige und letzte Gemeinde im Neusiedler Bezirk, die über eine eigene Wasserversorgung im Ort verfügt - dies wird laut Ortschef Josef Kolby auch so bleiben: „Bei uns gibt es keine Probleme mit der Wasserversorgung, die Qualität ist einwandfrei und auch unser Brunnen ist erst drei Jahre alt. Durch diese Investition fahren wir kostendeckend.“