Erstellt am 14. Dezember 2011, 00:00

Absolventen-Kritik wegen Schulschließung. LFS-NACHFOLGE / Für ehemalige Schüler ist zweijährige Ausbildung im Pannoneum ein Schnellschuss, der unnötig Geld kostet.

Friederike Pirringer, Direktorin der LFS führt derzeit noch Schule und Internat.  |  NOEN
x  |  NOEN

VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE /  Die Bekanntgabe der beabsichtigten Schließung der Landwirtschaftlichen Fachschule Neusiedl am See (LFS oder auch Fachschule für Agrar- und Familienmanagement) sorgt bei Absolventen und deren Angehörigen für Kritik und Kopfschütteln. Dabei sorgt nicht das Zusperren an sich für großes Unverständnis, sondern das Vorgehen vom zuständigen Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP).

Die Vorgeschichte: Der Burgenländischen Landes-Rechnungshofes (BLRH), der die Landwirtschaftlichen Fachschulen (LFS) Eisenstadt und Neusiedl am See überprüfte, kam in seinem Bericht, der der BVZ vorliegt, zu dem Schluss, dass „das Gebäude der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Neusiedl - bestehend aus einem zwei- bis dreigeschossigen Schulkomplex mit Internatsbereich und Gemüsegarten - aufgrund des Alters und des Zustandes von einer hohen Renovierungsbedürftigkeit gekennzeichnet war, welche mittelfristig Investitionen in der Höhe von 6,2 Millionen Euro erforderten.“ Im Burgenland gibt es mehrere berufsbildende, wirtschaftliche Schulen mit alternativem Bildungsangebot und teilweisen inhaltlichen Überschneidungen mit dem Stundenplan der LFS Neusiedl. Angesichts der hohen Investitionskosten empfahl der BLRH, die Schließung der Schule und des dazugehörigen Internats und hierfür Ausstiegsszenarien zu erarbeiten.

Ulrike Preschitz, Absolventin der LFS „Ich versteht, dass in der heutigen Zeit wirtschaftliche Aspekte gegenüber sozialen Interessen überwiegen. Aber: Ich habe mit ehemaligen Klassenkollegen darüber diskutiert, und wir können nicht nachvollziehen, warum nach der Schließung ein zweijähriger Schulzweig im Pannoneum geführt werden soll“, so Preschitz.

Ähnlich sieht das auch Robert Paukert aus Frauenkirchen, Vater eines ehemaligen Schülers: „Die laufenden Kosten des Schulbetriebes sind getrennt zu sehen von Investitionen in die schulische Infrastruktur. Den notwendigen Investitionskosten in die Schule in der Franz-Lisztgasse 8 sind die zusätzlichen Kosten im Pannoneum gegenüberzustellen.“ Preschitz glaubt, dass der „schnell erfundene Schulzweig“ überhaupt nicht erforderlich ist und unnötiges Geld kosten wird: „Das ist sicherlich keine Alternative für jene Schüler, die die LFS besuchen wollten.“ Kritik, die man im Büro von Landesrat Andreas Liegenfeld nicht nachvollziehen kann: „Wir glauben, das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Lehrpläne wurden miteinander verglichen und decken sich großteils mit dem Pannoneum, für die Schüler eröffnen sich durch den neuen Zweig dort mehr Perspektiven.“