Erstellt am 27. Oktober 2010, 00:00

Ärger über Kanalsystem. WEGEN ÜBERFLUTETER KELLER / Die Frauenkirchner fordern von Bürgermeister Josef Ziniel in einer Bürgerversammlung eine Untersuchung über mögliche Ursachen.

FRAUENKIRCHEN /  Am Donnerstag schlugen die Wellen hoch im Gasthaus Schaffrian: Aufheizendes Thema war die Kläranlage und das Kanalsystem der Stadt. Grund für die hitzige Diskussion: In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli mussten 20 Keller von der Freiwilligen Feuerwehr Frauenkirchen ausgepumpt werden. Schon einen Monat zuvor standen einige Keller unter Wasser. Die betroffenen Frauenkirchner fordern eine genaue Untersuchung der möglichen Ursache für die Überschwemmungen. „Wir wollen wachrütteln und sensibilisieren“, sagt Silke Halbauer. Die Initiatorinnen Dagmar und Martina Kettner und Silke Halbauer haben Bürgermeister und Gemeindevertreter geladen, „weil vonseiten der Gemeinde bis jetzt zu wenig Informationen gekommen sind“, so Halbauer.

Es ist fraglich, ob Mängel im Kanalsystem für die Überschwemmungen im Sommer verantwortlich waren, oder ob sich die Hausbesitzer selbst vor solchen Ausnahmeregenfällen besser schützen hätten müssen.

„Wir wohnen bereits seit 12 Jahren in diesem Haus. Bis jetzt hatten wir nie ein Problem“, sagt Silke Halbauer .

Fraglich: Haben alle  Pumpen gearbeitet?

Vermutet wird, dass die drei Pumpstationen im Ort gar nicht gearbeitet haben. Das sei im nach hinein schwer zu kontrollieren, sagt Helmut Rojacz vom Hauptreferat Wassermengenwirtschaft der Landesregierung. „Hätte es aber einen Störfall bei den Pumpen gegeben, hätte der diensthabende Klärwärter sofort eine automatische SMS bekommen müssen.“ Der diensthabende Mitarbeiter der Kläranlage war bei der Versammlung nicht anwesend und konnte diese Frage somit nicht klären.

20 Geschädigte haben  sich gemeldet

Die Initiatorinnen haben dem Bürgermeister eine Liste der Betroffenen übergeben. Nicht alle Geschädigten haben unterschrieben. Grund dafür seien politische und persönliche Abhängigkeiten, glaubt Halbauer. „In einem Plan wurden die geschädigten Häuser eingezeichnet“, schildert Bürgermeister Josef Ziniel (SPÖ), „daran kann man gut erkennen, dass keine Straßenzüge betroffen waren, sondern einzelne Häuser, die verteilt in der Stadt liegen.“ Für Ziniel ein Zeichen, dass die Mängel an den Häusern selbst liegen. „Wir wissen von über 60 Geschädigten“, sagt Erich Stekovics von der Namensliste (NESt). Er glaubt, wenn alle geschädigten Häuser im Plan markiert worden wären, hätte man erkannt, dass gesamte Ortszüge betroffen sind. Das könnte Mängel im System beweisen.