Erstellt am 23. Dezember 2013, 07:43

„Alles versuchen, um Hallenbad zu retten“. NEUSIEDL AM SEE | Schwimmunion und Saunageher bangen um Hallenbad, Stadtgemeinde hofft auf finanzielle Unterstützung des Landes.

Bangen um ihre Trainingsstätte. Sophie Lutz, Lena Grabowski, Laura Farese, Magdalena und Viktoria Scherz, Giurgion Rubens sowie Patrick Oberroither und Dominic Horinek von der Schwimmunion Neusiedl am See.  |  NOEN, Foto: Reiter
„Das Hallenbad darf nicht schließen, für uns wäre das eine Katastrophe, der Todesstoß für die Schwimmunion Neusiedl am See, aber auch für die Triathleten im Bezirk, denn dann gibt es für uns keine Trainingsmöglichkeit“, meint Obmann und Schwimmtrainer Hans Christian Gettinger. Das Hallenbad in Neusiedl am See ist das einzige wettkampffähige Sportbecken in der Region.
Derzeit gibt es fünf Trainingsgruppen, die zwischen zwei- und sechsmal die Woche im Hallenbad an ihren Bestzeiten arbeiten. Gerade heuer war der Verein bei den österreichischen Meisterschaften so erfolgreich, wie noch nie zuvor: Mit vier Gold-Medaillen stellt die Schwimmunion vier österreichische Meister. Außerdem gab es noch sieben Silber- und drei Bronze-Medaillen. Nicht zu vergessen sind die Schwimmkurse für Kinder, die die Schwimmunion anbietet.

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Auch die Schulen aus dem gesamten Bezirk, die ihren Schwimmunterricht im Hallenbad abhalten, hätten dann diese Möglichkeit nicht mehr.
Roland Oberroither, seit mehr als 15 Jahren bei einer der regelmäßigen Saunarunden im Hallenbad dabei, bangt ebenfalls: „Es ist ja nicht nur eine Gruppe, die sich regelmäßig trifft, wir sind eine richtige Gemeinschaft und im Umkreis ist keine adäquate Alternative zur Hallenbad-Sauna zu finden.“ Die Therme in Frauenkirchen sei dafür jedenfalls nicht geeignet.

„Höhere Preise, statt Schließung“

Um den Betrieb des Hallenbads sicherzustellen, wären sowohl Gettinger als auch Oberroither einer Preiserhöhung nicht abgeneigt: „Man sollte nicht zusperren, ohne dass man alles versucht hat, um das Hallenbad zu retten.“
Das Hallenbad verursacht einen jährlichen Abgang von mindestens 600.000 Euro und trägt damit wesentlich zur schwierigen Finanzsituation der Stadt Neusiedl am See bei.

„Die ÖVP-Neusiedl will das Hallenbad nicht schließen, da es ein wichtiges Zentrum für Sport- und Erholung in unserer Gemeinde darstellt, es ist ein sozialpolitisch ganz wichtiger Bestandteil von Neusiedl am See“, betont Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP). Es wird auch von Gästen aus der Region und von Touristen gerne besucht. Der Gemeinderat hat daher einstimmig (ÖVP, SPÖ, Grüne und FPÖ) beim Land um finanzielle Unterstützung angesucht.

„Wir gehen für die Zukunft davon aus, dass das Land nicht nur die Thermen, sondern auch unser Hallenbad langfristig unterstützen wird. Sollten wir keine regelmäßigen Förderungen von Land oder Tourismus bekommen, so kann sich die Gemeinde das Hallenbad nicht mehr leisten und es muss in den nächsten Jahren geschlossen werden“, sagt Bürgermeister Kurt Lentsch.