Erstellt am 01. Juli 2015, 06:01

von Paul Haider

Angst vor Anzeige: JVP-Fest abgesagt. Die JVP-Edelstal hat vorbeugend ihr „Summer Happening“ abgesagt, weil sich derzeit Anzeigen gegen Vereinsfeste häufen.

Enttäuscht. JVP-Edelstal-Obfrau Katrin Handig bedauert, dass das »Summer Happening« 2015 nicht stattfinden wird.  |  NOEN, Sebastian Steiner
Es hätte das große Highlight im Festkalender von Edelstal werden sollen: das „Summer Happening“ der JVP-Ortsgruppe.

Am Samstag wäre die zehnte Ausgabe des Festes im Kellerviertel über die Bühne gegangen. Doch daraus wird nun nichts: Zu groß ist die Angst vor kostspieligen Anzeigen, die derzeit vom Bündnis der Gastronomie Österreich ausgehen und sich in erster Linie gegen Vereinsfeste richten.

Einnahmen der letzten Jahre gefährdet

„Wir haben mehr oder weniger vorbeugend abgesagt“, erklärt Katrin Handig, Obfrau der Edelstaler JVP gegenüber der BVZ. „Wir wussten schon von anderen Ortsgruppen, wie das abläuft. Die Anzeige kommt meistens erst ein paar Tage vor der Veranstaltung. Es hätte sein können, dass mit einer Megastrafe die Einnahmen aus den letzten Jahren weg sind. Das war uns einfach zu riskant.“

Auch in den Bezirken Eisenstadt und Mattersburg gibt es Probleme mit Events:

Zwischen sieben und 8.000 Euro Gewinn habe die Edelstaler JVP laut Handig in den letzten Jahren beim stets gut besuchten „Summer Happening“ lukriert. Eine stolze Summe für die kleine Ortsgruppe.

Dementsprechend spektakulär sollte das Jubiläumsfest werden: So hätte es etwa ein großes Feuerwerk geben sollen, das wieder storniert werden musste.

x  |  NOEN, zVg

Das „Summer Happening“ ist nicht das erste Opfer der Anzeigenwelle. Im Mai wurden bereits die „Night Pool Party“ in Jennersdorf und das „Summer Take Off“ in Sankt Margarethen aus dem gleichen Grund abgesagt.

Auch das „Mai Beat“ der Joiser JVP wurde angezeigt und hatte mit verschärften Auflagen zu kämpfen.

Die BVZ hatte in allen drei Fällen berichtet:

Das Bündnis der Gastronomen Österreich will laut eigenen Angaben gegen den „Wildwuchs von Festen“ und für einen fairen Wettbewerb sorgen.

Katrin Handig glaubt allerdings nicht, dass das „Summer Happening“ den örtlichen Gastronomen schadet: „Wir haben nur ein Wirtshaus im Ort, das von meinem Onkel betrieben wird. Er hat auch etwas von dem Fest, weil sein Wein von uns ausgeschenkt wird“, erklärt Handig.

Katrin Handig hofft, dass die Jubiläumsausgabe des „Summer Happening“ 2016 nachgeholt werden kann und das Edelstaler Kellerviertel wieder zur „Partymeile“ umfunktioniert wird.