Erstellt am 05. Januar 2011, 07:17

Anzeige gegen das Krankenhaus Kittsee. VORWÜRFE / Nach dem Tod eines 72-Jährigen kritisierte seine Schwester die Zustände im Krankenhaus und zeigte dieses an.

KITTSEE / Das tragische Ableben des 72-jährigen Nickelsdorfers Johann G. beschäftigt auch Wochen nach seinem Tod die Staatsanwaltschaft.

Die Vorgeschichte: Nach einem Zusammenbruch wurde dieser in die Interne Abteilung des Krankenhauses eingeliefert. Am nächsten Tag verstarb Johann G. Wenig später meldete sich seine Schwester Edith N. zu Wort und erhob schwere Vorwürfe gegen die Zustände und das Pflegepersonal im Krankenhaus. Edith N. erstattete kurz darauf Anzeige gegen das Spital.

Jene Vorwürfe möchte der ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Luc Bastian nicht unkommentiert lassen: „Uns tut es für die Hinterbliebenen wirklich leid. Jedoch trägt weder der behandele Arzt noch das Krankenhaus Schuld am Tod des Patienten. Er hatte bereits viele Grunderkrankungen. Als er in unser Krankenhaus eingeliefert wurde, gab es keine Anzeichen einer akuten Gefährdung.“

Weitere Anschuldigungen  über Missstände im Spital

Im Vorjahr wurden bei der Staatsanwaltschaft zwei weitere Anfragen von Privatpersonen über Missstände im Krankenhaus Kittsee verzeichnet. „Die Fälle wurden an die Patientenanwaltschaft des Krankenhauses weitergeleitet“, so Dr. Theresia Schneider-Ponholzer von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt. Ob sich die Privatpersonen dann an die Polizei gewandt haben, wisse sie allerdings nicht.

Staatsanwaltschaft ordnete  nun Obduktion an

Im Fall des verstorbenen Nickelsdorfers könne sie die Anzeige allerdings bestätigen. „Ein Verfahren ist nun anhängig. Es wurde eine staatsanwaltschaftliche Obduktion angeordnet, das Gutachten ist noch nicht eingelangt“, erklärt Schneider-Ponholzer. Nach Einlangen wird entschieden werden, ob Anklage wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung erhoben wird.

Gegenüber der BVZ war Edith N. zu keiner Stellungnahme bereit. Sie erklärte aber: „Ich möchte mit dem Krankenhaus Kittsee nichts mehr zu tun haben.“