Erstellt am 01. Juni 2011, 00:00

Anzeige sorgt für Wirbel. ANONYM / Als sich ein Bub im Kindergarten den Arm brach, zeigte das ein Unbekannter an. Eltern und Leiterin sind entsetzt.

BEZIRK NEUSIEDL AM SEE / Eine anonyme Anzeige der besonderen Art landete am Montag auf den Schreibtischen der Staatsanwaltschaft Eisenstadt sowie der BVZ - Redaktion Neusiedl am See. In dieser prangert ein anonymer Verfasser das Verhalten der Aufsichtspersonen eines Kindergartens an und stellt den Ellenknochenbruch eines Bubens damit in direkten Zusammenhang. Die Eltern (Name der Familie ist der Redaktion bekannt) des Kindes zeigen sich auf Anfrage der BVZ jedoch über die Anzeige verwundert, da sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts von dieser wussten. Auch die Leiterin des Kindergartens kann sich die Anzeige und deren Inhalt nicht erklären.

Vor allem enthält diese direkte Angriffe auf die Aufsichtspersonen des Kindergartens und beschuldigt diese, ihren Aufsichtspflichten nur widerwillig nachzukommen. Diese hätten sich auch an jenem Tag nicht ausreichend um die Kinder gekümmert, als sich der Bub beim Rutschen verletzte. Dadurch, so die Meinung des anonymen Verfassers, brach sich dieser überhaupt erst den Ellenknochen. Außerdem, so weiters im Schreiben der Anzeige, sollen die Aufsichtspersonen nach dem Unfall keine ärztliche Hilfe angefordert oder einen Elternteil über den Unfall ihres Kindes in Kenntnis gesetzt haben.

Schwere Vorwürfe gegen die  Aufsichtspersonen

Vorwürfe, die die Leiterin des Kindergartens strikt zurückweist: „Meine Kollegin ist ständig neben der Rutsche gestanden und hat den Jungen beaufsichtigt. Als er aus der Rutsche steigen wollte, ist er auf die Seite gekippt und hat sich dabei verletzt“, beschreibt die Leiterin den Unfallvorgang. Auch die Mutter des verletzten Jungens räumt den Aufsichtspersonen des Kindergartens keinerlei Schuld ein: „Einen Knochenbruch haben schon viele Menschen erlitten. Das kann einfach passieren. Das hätte auch in meinem Beisein passieren können. Ich habe absolut keine Ahnung, wer für die anonyme Anzeige verantwortlich ist. Für mich ist die Sache aber abgeschlossen.“

Staatsanwaltschaft klärt  nun weiteren Verlauf

Fortan wird sich die Staatsanwaltschaft Eisenstadt mit der anonymen Anzeige auseinandersetzen. Ob der zuständige Staatsanwalt in weiterer Folge Erhebungen veranlassen oder die Sache zu den Akten legen wird, stand bei Redaktionsschluss der BVZ noch nicht fest. Dem kleinen Buben geht es mittlerweile besser. „Das Kind ist wohlauf, er besucht auch wieder den Kindergarten und bald wird sein Gips entfernt“, weiß die Leiterin.