Jois

Erstellt am 15. Juli 2017, 04:00

von Bettina Deutsch

Photovoltaikanlage geplant: Pappeln sorgen für Wirbel. In der Joiser Kläranlage soll demnächst eine Photovoltaikanlage errichtet werden, fünf Bäume behindern jedoch das Vorhaben.

Ansichtssache. Die Pappelbäume sind Teil der Begrünung auf Gemeindegebiet.  |  Symbolfoto/zVg

In der Leithagemeinde Jois ist die Errichtung der ersten gemeinnützigen Photovoltaikanlage geplant, fünf Pappelbäume stehen der Umsetzung jedoch bislang im Wege.

„In der Kläranlage unserer Gemeinde herrscht seit jeher enormer Stromverbrauch. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, unseren Strom künftig selbst zu produzieren“ erzählt Bürgermeister Leonhard Steinwandtner.

Der Leitspruch „Strom durch Sonnenkraft“ ist im Burgenland nicht neu, Solarstromanlagen stehen mittlerweile in nahezu jeder Gemeinde – ob in privatem oder öffentlichem Gebrauch. Auch die Joiser wollen nun auf den Zug der Alternativstromerzeugung aufspringen, „rund 70 Prozent unseres Stromverbrauchs ließen sich mit der geplanten Anlage von 93,5 kWp (Kilowatt Peak) abdecken“ begründet Ortschef Steinwandtner das Gemeindeprojekt. Die Photovoltaikanlage für rund 100.000 Euro soll so schnell wie möglich vor Ort installiert werden, die Bauverhandlungen laufen.

Doch obwohl der Umweltgedanke dabei oberste Priorität besitzt, macht Mutter Natur dem Vorhaben derzeit mehr oder weniger einen Strich durch die Rechnung. Fünf Pappelbäume müssten für die optimale Umsetzung weichen, die Entfernung dieser erweist sich jedoch als schwieriger als gedacht.

Bäume vermindern Stromerzeugung

„70 Prozent des Solarmoduls sollen auf der Dachfläche unseres Kläranlagen-Gebäudes platziert werden, der Rest wird auf Grund und Boden verbleiben. Wenn die Bäume nicht umgeschnitten werden, befinden sich die Solarflächen ebenerdig kontinuierlich im Schattenbereich des schnell wachsenden Holzes. Das wäre kontraproduktiv für die Stromerzeugung“ so der Bürgermeister.

Den Einwand der Behörden kann der Ortschef deshalb nicht nachvollziehen und hat bereits eine Alternativlösung parat. „In Form einer Ersatzpflanzung werden wir den Forderungen Rechnung tragen. Die Idee ist, die Begrünung an einer anderen Position des Areals umzusetzen“ verrät Steinwandtner.