Erstellt am 11. Dezember 2013, 23:59

von Gerald Burggraf

Aufruhr um Harrach-Jagd. Bruck/Bruckneudorf / Bis Donnerstag ist der Harrachpark wegen einer Rehwild-Jagd gesperrt. Im Vorfeld sorgt die fehlende Kommunikation, zwischen Familie Harrach und Gemeinde, für Probleme.

Aufgrund einer Jagd auf den Privatgründen der Familie Harrach muss auch der Harrachpark geschlossen werden. Foto: Gerald Burggraf  |  NOEN, Gerald Burggraf
Von Gerald Burggraf

Eine Jagd im Harrachpark – diese Meldung sorgte vergangene Woche für helle Aufregung in Bruck und Umgebung. Aufgrund dessen ist das Naherholungsgebiet der Brucker von Dienstag, 10. Dezember bis Donnerstag, 12. Dezember gesperrt.

Entenjagd? „Als ich das gehört habe, musste ich lachen“

Vor allem in den sozialen Netzwerken wurde wild darüber spekuliert, warum die Eigentümerfamilie Harrach diesen Schritt setzt. Viele fragten sich, was es denn im Harrachpark zu jagen gäbe? Die drei oder vier Rehe? Fasane oder gar Enten?

Um Letzteres rankten sich schlussendlich die meisten Gerüchte. Das Entsetzen war enorm – „wie könne die Familie Harrach nur die kleinen lieben Enten töten?“ , fragten sich die irritierten Brucker. „Als ich das gehört habe, musste ich lachen“, reagiert Beppo Harrach amüsiert auf die Entenjagd-Gerüchte.
 

x  |  NOEN, privat

Enten waren nie das Ziel der Jagd, es geht lediglich um Rehwild. Dies müsse einerseits aufgrund der Jagdpflicht, welche die Familie für ihre Gebiete hat, und andererseits aufgrund ausufernder Inzucht unter den Tieren geschossen werden.

Rechtlich hat die Familie, vertraglich von der Stadtgemeinde zugesichert, das Recht auf ihren Grundstücken zu jagen. Und dazu gehört bekanntlich auch der Harrachpark, da die Kommune in diesem Fall nur Pächter ist.

Eigner Harrach: Kommunikation sei „nicht ideal“ gelaufen

Vom Ausmaß der Aufregung in Bruck überrascht, beruhigt Beppo Harrach jedoch rasch. „Der Park ist nur ein Teil des bejagbaren Gebietes, es ist und war niemals geplant im Harrachpark zu jagen“, erläutert der Grundstückseigner.

Es sei grundsätzlich nicht geplant in den Park zu gehen, aus Sicherheitsgründen müsse man ihn aber trotzdem sperren. Das eigentliche Jagdgebiet befindet sich, laut Harrach, auf burgenländischer Seite in Richtung Parndorf. In den drei Tagen der Rehwild-Jagd ist der Park daher nicht nutzbar.

„Bei den Haupteinfahrten werden die Tore geschlossen und die Nebeneingänge mit Gittern abgesperrt. Natürlich überall inklusive Erläuterungen über die Gründe“, erläutert er. Über die Jagd habe man die Gemeinde auch informiert, auch wenn Harrach zugibt, dass die Kommunikation „nicht ideal“ gelaufen sei. „Das nehmen wir zur Kenntnis und lösen es beim nächsten Mal besser“, verspricht er.

Tierheim und Anrainer wurden laut Ortschef informiert

Die fehlende oder zu späte Information (die Meldung seitens der Güterdirektion Harrach gelangte erst vergangene Woche Mittwoch im Rathaus ein), war mit ein Grund für die aufflammenden Gerüchte.

„Wir müssen die Bevölkerung informieren, in dieser kurzen Zeit, ist das aber sehr schwierig“, betont Bürgermeister Richard Hemmer (SP). Als Notlösung wurde eine öffentliche Kundmachung ausgegeben und in den Schaukästen veröffentlicht.

„Wir haben auch die Gemeinden Bruckneudorf, das Tierheim und sonstige Anrainer informiert“, so Hemmer. Die Familie Harrach bewege sich, laut Stadtchef, in ihrer Vorgangsweise zwar im rechtlichen Rahmen, trotzdem überwiege das Unverständnis über die vermeidbare Kurzfristigkeit.