Erstellt am 26. September 2012, 00:00

Aus für das „Friuli“. Gastronomie / Neusiedls Szene-Treff schließt die Pforten. Gespräche mit Interessenten für die Nachfolge sind im Laufen.

Eines der letzten Events. Die Formation „More than Standard“ spielten vergangenes Jahr Jazz im Friuli: Bernhard Beibl, Manuel Dinhof und Hannes Dragschitz. Friuli-Chef Martin Kugler (2.v.l.) war begeistert.BVZ  |  NOEN
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Von Birgit Böhm-Ritter

NEUSIEDL AM SEE / Jetzt ist es fix. Neusiedls Gastronomie-Szene ist um ein In-Lokal ärmer. Das Friuli wird in seiner bekannten Form nicht mehr öffnen. Was schon längst in Neusiedls Gerüchteküche brodelt, bestätigt nun Martin Kugler, der das Lokal seit Pfingsten 2004 führte.

Schon seit etwa zweieinhalb Jahren war die Zukunft des Lokals nicht gesichert. Solange dauerte nämlich der Prozess mit seinem Vermieter Claudio DeRocco, der Eigenbedarf anmeldete. „Wir hatten einen unbefristeten Vertrag und glaubten uns im Recht“, sagt Martin Kugler, „sonst hätten wir nicht so lange für das Friuli gekämpft.“ Ausgegangen ist der Prozess aber anders, als er erwartet habe. „Wir haben verloren und das Lokal nun ordnungsgemäß retourniert.“

Claudio De Rocco, selbst Mieter, der das Geschäftslokal weitervermietet hatte, klagt über rückständige Mietzahlungen, obwohl das Lokal gut gegangen sei. Außerdem hätte Kugler eine schmutzige Baustelle hinterlassen.

Kugler selbst möchte nun in Wien Fuß fassen. Im ersten Bezirk übernimmt er mit Gattin Claudia die Geschäftsführung des Restaurants Oswald & Kalb.

Leid tue es ihm vor allem für die Stammgäste des Friuli. Viele würden anrufen und fragen, wo sie nun hingehen sollten. Immerhin habe er als „bestgehendestes Lokal auf der Hauptstraße“ einige Segmente abgedeckt - vom Frühstück über den Mittagssnack bis zum Barbetrieb. Diese Lücke könnte nun das Café Zentral füllen, glaubt Kugler.

Wie es mit dem Friuli in Neusiedl am See weitergeht, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Werner Thell, Eigentümer des Gebäudes, bestätigt gegenüber der BVZ, dass Gespräche mit einem zukünftigen Mieter im Gange seien und man bereits vor einer Einigung stehe. Die Vertragsunterzeichnung solle demnächst über die Bühne gehen. „Es wird wieder ein Gastronomiebetrieb werden“, betont Thell.