Parndorf

Erstellt am 27. Juli 2016, 05:59

von Paul Haider

800 Jahre alt? Priester-Gebeine in Kirche entdeckt. In der Parndorfer Pfarrkirche wurden sterbliche Überreste gefunden, die vermutlich 800 Jahre alt sind.

Freigelegt. Da sich auf dem Schädel eine Pfarrerkappe befindet, dürfte es sich bei dem historischen Fund um Jahrhunderte altes Priestergrab handeln. Foto: Andreas Brinkmann  |  BVZ

Vergangene Woche gab es einen Sensationsfund bei den derzeit laufenden archäologischen Ausgrabungen in der Parndorfer Pfarrkirche.

Nachdem bereits vor einem Monat die romanischen Fundamente der Kirche zum Vorschein kamen, wurde nun ein Schädel gefunden. Erstaunlich: Am Schädel befand sich auch ein Hut, es dürfte sich dabei um eine Priesterkappe handeln.

Schädel in Tabernakel entdeckt

Pfarrer Franz Borenitsch erzählt der BVZ von den Ausgrabungen: „Es wurde ein sehr dicht vermauertes Wandtabernakel entdeckt, das aus der Entstehungszeit der romanischen Apsis um das Jahr 1200 stammen dürfte. In den 1960er Jahren wurde es verputzt, zugemauert dürfte es aber schon länger gewesen sein.“

Als die Archäologen das Wandtabernakel öffneten, folgte die große Überraschung: Eine Pfarrerkappe kam zum Vorschein. „Die erste Vermutung war, dass Scherzkekse hier ein Pfarrerkapperl eingemauert haben“ schildert Priester Borenitsch. „Als der nächste Stein herausgenommen wurde, ist aber auch ein Teil eines Langknochens aufgetaucht. Als man die Kappe herausnehmen wollte, hat man gemerkt, dass da noch der Kopf drin steckt.“

„Kenne keinen vergleichbaren Fall“

Die Vermutung liege nun nahe, dass es sich bei der Entdeckung um ein sehr altes und ungewöhnliches Priestergrab handelt. „Ich kenne keinen vergleichbaren Fall“, wundert sich Franz Borenitsch. Der historische Fund wird nun von Experten des Bundesdenkmalamtes untersucht. Wie alt die sterblichen Überreste wirklich sind, soll ein Anthropologe ermitteln.

Die Ausgrabungen in der Pfarrkirche finden anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der neuen Parndorfer Kirche statt, das 2018 gefeiert wird.

Das von Johann Lucas von Hildebrandt geplante Gebäude wurde von 1716 bis 1718 an den romanischen Vorgängerbau, der um 1200 errichtet wurde, angebaut.

Zum Thema:

Die „Initiative für Parndorf“ kämpft seit einem Jahr gegen das Stromleitungsprojekt. Im August 2015 lehnte der Parndorfer Gemeinderat das Projekt einstimmig ab. Im März 2016 stellte die Energie Burgenland ein Enteignungsverfahren gegen die Gemeinde in Aussicht, wenn keine Zustimmung erfolgen sollte.