Erstellt am 14. September 2011, 00:00

Bahn will Grund einklagen. KEIN VERKAUF / Die Neusiedler See Bahn GmbH startet Enteignungsverhandlungen in Weiden am See. Auch in Parndorf könnten Enteignungen drohen.

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VON PIA REITER UND BIRGIT BÖHM-RITTER

WEIDEN AM SEE/ PARNDORF / Es geht um nur kleine Grundstücksflächen in Weiden am See. Diese sind aber sehr begehrt. So begehrt, dass sich die Neusiedler Seebahn GmbH gezwungen sieht, ein Enteignungsverfahren einzuleiten.

Die Grundflächen werden für die Herstellung eines Bahngrabens und eines Begleitweges im Zuge von Verbesserungsarbeiten am Schienenkörper gebraucht. Vonseiten der Neusiedler Seebahn wurde sechs Grundeigentümern ein Verkaufsangebot gemacht. Nur drei der Grundbesitzer haben das Angebot angenommen. Den anderen drei Betroffenen droht nun ein Enteignungsverfahren. Die Verhandlungen sind bereits für den 28. September festgesetzt.

„Wir haben den Eigentümern die ortsüblichen Grundstückspreise von 23 Euro pro Quadratmeter angeboten“, erklärt Thomas Perlaky, Geschäftsführer der Neusiedler Seebahn, „nicht für alle war das genug.“

„Grundbesitzer können  jederzeit einlenken“

Alle Grundstücke haben eine Größe von etwa 100 Quadratmeter. Nur durch den Ankauf dieser Flächen sei es möglich, einen Entwässerungsgraben zu bauen. Dieser sei für die Gleissicherheit notwendig, damit es nicht zu Ausschwemmungen komme, so Perlaky weiter. Die Eigentümer der betroffenen Liegenschaften werden persönlich zu den mündlichen Verhandlungen im Gemeindeamt geladen. „Sie können aber jederzeit einlenken“, betont Perlaky.

Ähnliches könnte sich bald auch in Parndorf abspielen: Dort soll die Bundesstraße zwischen Neusiedl und Parndorf wegen des starken Verkehrsaufkommens ausgebaut werden. Es ist mittlerweile notwendig geworden, neben dem Autobahnzubringer zusätzliche verkehrsverbessernde Maßnahmen zu ergreifen, um das starke Verkehrsaufkommen rund um das Outletcenter und die neu entstehenden Einkaufstempel (Villaggio, Fachmarktzentrum Steindl) zu entlasten.

Landwirte wollen  nicht verkaufen

Von der Kreuzung Outletcenter soll durchgehend eine dritte Spur Richtung Neusiedl errichtet werden. Dieses Bauprojekt wird über die burgenländische Landesregierung abgewickelt. Einige Landwirte weigern sich aber standhaft, der ABEG Teile ihrer landwirtschaftlich genützten Flächen zu verkaufen. Die ABEG - Anschlussstelle, Betriebsgebiet Parndorf-, Neusiedl ErrichtungsgmbH (Gesellschafter sind die Gemeinden Parndorf und Neusiedl am See) bietet den Bauern 35 Euro pro Quadratmeter. Das ist diesen laut Parndorfs Bürgermeister Wolfgang Kovacs aber zu wenig.

Insgesamt geht es um 3.000 Quadratmeter, wovon 1.700 Quadratmeter in Besitz von zwei bis drei Personen sind, die bereits dem Verkauf um den ortsüblichen Preis von 35 Euro pro Quadratmeter zugestimmt haben.

Parndorfs Ortschef sieht sich nun in der Zwickmühle: Um einen höheren Preis bezahlen zu können, muss in der ABEG Einstimmigkeit herrschen. Da die Neusiedler laut Kovacs aber dem Preis von 35 Euro bekommen haben, wird das Land für die Parndorfer Grundstücke kaum noch mehr bezahlen. Schon gar nicht ohne die Zustimmung Neusiedls.