Erstellt am 25. Januar 2012, 00:00

Bauer unter Beschuss. 323 RINDER / Weideprojekt eines Tadtener Bauern steht wegen Missachtung des Naturschutzes unter scharfer Kritik.

Michael Griemann weist die Vorwürfe, dass seine Rinderherden die Wiesen zerstören auf das Energischte zurück.  |  NOEN
VON PIA REITER UND UTE KATHARINA RUPP

TADTEN / Schon seit der Gründung des Weideprojekts in Tadten 2007 gibt es immer wieder Diskussionen rund um die Rinderhaltung und der Missachtung des Naturschutzes.

Robert Cskokay, ein Wiener Rechtsanwalt und ehrenamtliches Naturschutzorgan sieht in der Haltung der Rinder diverse Missstände und eine nicht artgerechte Haltung: „Für die Rinder sind zu wenig Unterstände zum Schutz gebaut worden. Auch müssen die Tiere bei starkem Regen im Wasser stehen und im Winter auf großen Eisflächen. Durch das Mähen der Wiesen werden seltene Vogelbestände wie das der Trappe beim Eierlegen gestört oder die Nester sogar zerstört." Bauer Michael Griemann kann die Kritik an seinem Projekt nicht nachvollziehen: „Ich arbeite mit der Burgenländischen-Landesregierung eng zusammen und wir haben schon einige naturschutzfachliche Erfolge erreicht, wie zum Beispiel eine starke Erhöhung der Braunkehlchenpopulation."

Für ihn sind die Rinderrassen Galloway und Angus für die Haltung im Burgenland perfekt geeignet. Die hohen Abkalbungsquoten von bis zu 98 Prozent und eine fast 100-Prozent-Überlebensrate der Kälber sprächen für eine artgerechte Haltung, meint Bauer Michael Griemann.

Das Beweidungsprojekt ist Teil des Österreichischen-Umweltprogramms, das von Bund, Land und EU kofinanziert wird. Laut Büro des dafür zuständigen Landesrats Andreas Liegenfeld (ÖVP), dessen Abteilung für die Flächenbewirtschaftung verantwortlich ist, gab es schon in der Vergangenheit Anzeichen für Probleme, doch in so massiver Art wie jetzt seien diese noch nicht festgestellt worden.

Liegenfeld überlegt Projekt in  andere Hände zu geben

 

Liegenfeld hat bereits eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft eingebracht. Jetzt sollen Naturschutzabteilung und Amtstierarzt die Vorwürfe in dem sensiblen Gebiet überprüfen. „Wir müssen flott aktiv werden und dürfen nicht wegschauen. Auch müssen wir überlegen, ob nicht jemand anders die Flächen besser bewirtschaften kann“, heißt es aus dem Büro von Landesrat Liegenfeld.