Erstellt am 15. Dezember 2010, 00:00

Bauprojekt wieder am Plan. FERIENHÄUSER AM WASSER / Die Flächenumwidmung für ein Bauvorhaben im Schilf wurde im Sommer zurückgestellt. Jetzt kommt das Projekt wieder auf den Tisch.

 |  NOEN, Aichinger Thomas (http://www.unterwasserfoto.at)

WEIDEN AM SEE / In den vergangenen drei Monaten ist es ruhig geworden um Weidens Schilfgürtel. Jetzt ist die Aufregung bei den Grünen und bei Anrainern wieder groß. Die Gemeinde hat das kontroverse Bauprojekt direkt am Wasser noch nicht abgeschrieben.

Wie die BVZ berichtete, sollten 25 bis 30 Ferienhäuser entstehen. Umstritten war vor allem die Rodung einer knapp 10.000 Quadratmeter großen Fläche im Schilfgürtel. Nach Protesten der Grünen und der Bürgerinitiative „Rettet das Schilf“ hat der Gemeinderat Ende September die Flächenwidmungsänderung für dieses Projekt zurückgestellt. Nun befürchtet die Bezirkssprecherin der Grünen, Alexandra Fischbach, dass die Gemeinde an ihren Plänen immer noch festhält und die dafür vorgesehene Fläche sogar noch wesentlich vergrößern möchte.

Entwicklungskonzept:  Bauprojekt berücksichtigt

Bürgermeister Wilhelm Schwartz bestätigt gegenüber der BVZ, dass der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung ein Entwicklungskonzept für Weiden am See erstellen werde, indem auch die Schilffläche eingebunden sei. Er dementiert aber, dass die Fläche größer sei, als vorgesehen: „Es sind genau 9.600 Quadratmeter Schilffläche auf dem die Ferienhäuser gebaut werden sollen. Mehr ist nicht in unserem Sinne.“

Johannes Mastny, ein Wiener, der sich selbst als „Amateur-Weidener“ beschreibt, wohnt in der Feriensiedlung, die direkt an die umstrittene Schilffläche angrenzt. Er befürchtet, dass ein derartiges Projekt auf andere Orte wie ein Präzedenzfall wirken könnte. Ähnlich besorgt zeigt sich auch Alexandra Fischbach, die in den letzten Monaten in der gesamten Region eine Zunahme an Bauvorhaben in unmittelbarem Seebereich beobachtet hat. „Es reicht, wenn noch auf vor Jahren gewidmetem Bauland im Schilfbereich gebaut werden kann, wie etwa im benachbarten Neusiedl am See. Es kann nicht sein, dass immer noch neues Bauland im Schilfgürtel künstliche geschaffen wird“, betont Fischbach.

Schwartz: „zum Wohle  der Gemeinde“

Wilhelm Schwartz versichert, dass er und alle Gemeinderatsmitglieder „zum Wohle der Gemeinde handeln müssen - im Sinne des Naturschutzes“. Aber auch wirtschaftliche Aspekte dürfe man nicht aus den Augen verlieren, gibt er zu. Laut Bürgermeister soll das Bauprojekt nun in der Erstellung des Entwicklungskonzeptes berücksichtigt werden: „Das heißt aber noch lange nicht, dass es zu einer Flächenumwidmung kommt.“