Erstellt am 19. Oktober 2016, 09:58

von Bettina Deutsch und Birgit Böhm-Ritter

Bedroht Goldschakal die Großtrappe?. Jagdverhalten des Raubtiers stellt laut Jägerschaft massives Problem für Trappen-Projekt dar, neues Gesetz soll helfen.

Aus dem Osten drängt der Goldschakal in die Region.  |  Shutterstock

Seit etwas mehr als elf Jahren fließen mehrere Millionen an EU-Fördergelder in eines der erfolgreichsten Artenschutzprojekte der Region: 500 Großtrappen leben im westpannonischen Raum. So viele wurden in dieser Region, zu der das Nordburgenland, Teile von Niederösterreich sowie die grenznahen Gebiete in Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik zählen, seit 40 Jahren nicht mehr gesichtet.

"Bereits in unserer Region unterwegs"

Gefahr für die schwersten flugfähigen Vögel der Welt könnte nun durch den Goldschakal einziehen, der aus dem Osten in die Region drängt. Erste Exemplare wurden bereits an den Seeufern des Bezirkes gesichtet, typische Lautäußerungen vernommen, wie Bezirksjägermeister Roman Leitner berichtet.

„Der Goldschakal ist bereits in unseren Regionen unterwegs und unser Wildbestand sowie die Großtrappe stellen eine lohnende Beute für ihn dar“ so Leitner. Man begrüßt die Aufnahme des „Eindringlings“ im Burgenländischen Jagdgesetz in Jägerkreisen bereits, sobald die Novelle in Kraft tritt, wird die Jagd auf ihn eröffnet.

Jagd auf den Schakal wird eröffnet

Aus verlässlichen Quellen weiß die Jägerschaft, dass der Rehbestand in Ungarn bereits schrumpft, dieser Entwicklung will man hierzulande frühestmöglich entgegenwirken. „Wir haben zig Millionen für den Erhalt der, vom Aussterben bedrohten, Großtrappe investiert.

Das Jagdverhalten des Schakals stellt ein massives Problem für dieses Projekt dar, daher sehen wir uns gezwungen, dementsprechend einzugreifen“ gibt Roman Leitner schließlich zu denken. Für Rainer Raab, Trappenkoordinator für Mitteleuropa, stellt der Goldschakal in unserer Region noch kein gravierendes Problem dar. Es gäbe bis dato keinen stichhaltigen Beweis, dass eine Großtrappe durch einen Goldschakal umgekommen sei.

Nur ein möglicher Fall bekannt

„Bei einer einzigen Großtrappe haben wir ungewöhnliche Verletzungen gefunden. Am gleichen Tag wurde unweit - im ungarischen Grenzgebiet - ein Goldschakal geschossen“, erzählt Raab von dem einzigen ihm bekannten Fall, wo ein Goldschakal für den Tod einer Trappe verantwortlich sein könnte.

Der Biologe weiß aber auch, dass der Goldschakal in Südungarn bereits zu einem Problem für den Wildbestand geworden ist und befürwortet die Gesetzesnovelle im Burgenländischen Jagdgesetz.