Erstellt am 16. Dezember 2015, 09:29

von NÖN Redaktion

Beitrag vorstellbar, aber Vieles unklar. Kosten und finanzielle Unterstützung als Thema im Landtag und in den Gemeinden, die sich mehrheitlich beteiligen wollen.

Hallenbad Neusiedl am See  |  NOEN, BVZ
Zwei „Runde Tische“ zum Thema Hallenbad mit den Gemeinden aus dem Bezirk haben bereits stattgefunden, der Neusiedler Gemeinderat hat einstimmig eine Resolution für den Erhalt des Hallenbades verabschiedet. Nun heißt es sowohl für Stadtgemeinde, als auch für die Ortschefs des Bezirks, die jeweiligen Hausaufgaben zu machen.

Neusiedl am See muss ein schlüssiges Konzept erarbeiten und den Gemeinden präsentieren. Denn nur dann, sind diese bereit, auch ihren finanziellen Beitrag zu leisten. Auch das Land und den Bund sehen die Bezirksbürgermeister mehrheitlich in der Pflicht, wie eine Umfrage der BVZ unter allen Ortschefs zeigt. Auffällig dabei ist auch, dass wiederum die Mehrzahl der Bürgermeister betont, wie wichtig es sei, dass alle Gemeinden im Bezirk mitzahlen und nicht einige wenige.

Mehrheit signalisiert, Bereitschaft, zu zahlen

Einer, der schon dabei ist, seine Hausaufgaben in Sachen Unterstützung für das Neusiedler Hallenbad zu machen ist der Weidener Bürgermeister Wilhelm Schwartz (ÖVP): „Wir sind bereit, einen Beitrag zu leisten und haben im Budget 2016 auch schon einen Betrag für das Hallenbad vorgesehen. Allerdings muss noch genau ausverhandelt werden, wie hoch und für wie lange die Finanzierungsbeteiligung sein soll.“

Auch Nickelsdorfs Ortschef Gerhard Zapfl (SPÖ) ist an der Erhaltung des Hallenbades interessiert: „Weil auch viele Nickelsdorfer Kinder ins Neusiedler Gymnasium gehen. Wenn es ein gemeinsames Konzept von der Gemeinde Neusiedl am See, dem Land Burgenland und von den Gemeinden gibt, sind wir dabei“. Zapfl hätte aber auch eine Alternative zum in die Jahre gekommenen Hallenbad parat:

„Ich würde es als sinnvoller erachten, wenn anstatt des Hallenbades ein Sportzentrum errichtet würde, an dem – ähnlich wie bei der Therme – alle Gemeinden beteiligt sind.“ Auch Ortschef Josef Tschida (ÖVP) aus Pamhagen signalisiert grundsätzliche Bereitschaft, einen Beitrag zu leisten: „Die Gemeinden sollten aber eine Beteiligung, beispielsweise in einer GmbH, bekommen.“

Einige Bürgermeister wie Deutsch Jahrnsdorfs Gerhard Bachmann, Pamas Josef Wetzelhofer (beide SPÖ) oder Franz Vihanek (ÖVP), Gattendorf, hingegen, sehen kaum finanziellen Spielraum für eine Unterstützung: „Meiner Ansicht nach sollte das Land einen größeren Beitrag leisten, und nicht die Gemeinden zusätzlich damit belastet werden“, so Vihanek.

„Förderung im Rahmen der Möglichkeiten“

Auch im Landtag war die Finanzierung der Hallenbäder Thema bei der Sitzung am vergangenen Donnerstag. Hier fand ein von den Grünen eingebrachter Antrag, wonach das Land die Kommunen bei der Erhaltung der Hallenbäder mittels Kostenbeitrag finanziell unterstützen sollte, keine Mehrheit.

SPÖ und FPÖ beschlossen einen Abänderungsantrag, der vorsieht, dass die Landesregierung, die Errichtung, Sanierung und Änderung von Frei- und Hallenbädern weiterhin im Rahmen der vorgesehenen Möglichkeiten fördert, hauptsächlich über das Referat Tourismus.

„Damit unser Hallenbad in Neusiedl am See auch in Zukunft bestehen kann, bedarf es einer Unterstützung durch das Land“, erklärt 2. Landtagspräsident Rudolf Strommer (ÖVP) und fordert einen jährlichen Betriebskostenzuschuss vom Land für das Neusiedler Hallenbad. „Landeshauptmann Hans Niessl steht zum Abänderungsantrag“, heißt es aus dem Büro des Landeschefs.


Zitiert

„Persönlich bin ich positiv für das Hallenbad gestimmt und ich glaube, dass in Sachen Hallenbad ein guter Weg eingeschlagen wurde. Allerdings gehört noch ein ordentliches Konzept ausgearbeitet, in dem neben den Gemeinden auch Land und Bund eingebunden werden.“
Josef Kolby, Mönchhof

„Es gibt von meiner Seite kein prinzipielles Nein, aber es gibt finanzielle Grenzen. Im Gemeinderat wurde das Thema noch nicht besprochen. Es ist ein finanzieller Beitrag vorstellbar, er muss aber klar unter dem „Rettungsbeitrag“ (9,20 €/Kopf - Anm. d. Red) liegen.“
Josef Ziniel, Frauenkirchen

„Ich will dem Gemeinderat nicht vorgreifen. Wir müssen erst beraten. Schließlich haben wir selbst ein defizitäres Freibad.“
Hans Schrammel, Gols

„Es ist für mich denkbar, dass Parndorf einen Beitrag leistet, aber man muss schauen, dass das Verhältnis passt. Wenn ein konkreter Vorschlag kommt, werden wir uns das wohlwollend anschauen. Es wäre aber gut gewesen, wenn dieser Vorschlag früher gekommen wäre, denn das Budget für kommendes Jahr ist bereits beschlossen.“
Wolfgang Kovacs (LIPA), Parndorf

„Das Hallenbad gehört auf jeden Fall unterstützt. Wenn die anderen Gemeinden etwas dazuzahlen, wird auch Neudorf einen Beitrag leisten, es kommt aber auch auf die Menge an. Und für mich ist auch klar: Entweder alle zahlen, oder keiner.“
Stefan Mikula (ÖVP), Neudorf

„Ich bin der Letzte, der nicht helfen will, weil auch die Kinder aus Jois ins Hallenbad schwimmen gehen. Ich verlange jedoch ein langfristiges Konzept für eine langfristige, mindestens 5 bis 10 Jahre, Rettung des Betriebes im Hallenbad.“
Leo Steinwandtner, Jois

„Das Thema Hallenbad steht im Moment nicht ganz oben auf meiner Prioritätenliste.“
Gerhard Dreiszker verweist auf das TÜPl-Problem, Bruckneudorf