Erstellt am 21. Mai 2014, 09:04

von Katharina Zedlacher-Fink

Betrügerische „Erbschaft“. Jois / Joiser wurde per Fax über eine vermeintliche Erbschaft informiert, AK kennt derartige Betrugsversuche.

Herbert Weber mit dem betrügerischem Fax, in dem er über die vermeintliche Erbschaft informiert wurde. Foto: Zedlacher-Fink  |  NOEN, Zedlacher-Fink
Herbert Weber aus Jois wandte sich an die BVZ, um andere Betroffene vor einem ähnlichen Betrugsversuch zu warnen.

Anwalt“ schrieb vermeintlichen Verwandten an

Der Joiser fand in der Vorwoche ein Schreiben mit folgendem Inhalt in seinem Faxgerät vor: Ein britischer Anwalt informierte ihn über seinen im Jahre 2008 verstorbenen Mandanten Herr Muller Weber, von dem er keine Verwandten ausfindig machen konnte. Um die Erbschaft (rund 9 Mio. Euro), die momentan noch bei einer Bank in Spanien liegt, auszahlen zu können, müsse der Anwalt einen Erbberechtigten vorstellen.

Aufgrund des gleichen Nachnamens wende sich der Anwalt nun an den Joiser und schlage ihm eine Kooperation vor, bei der je 40 Prozent der Erbschaft an sie beide gehe und 20 Prozent an gemeinnützige Organisationen gespendet würden. Herbert Weber solle mit ihm entweder per Fax oder per Email Kontakt aufnehmen.

AK: „Alle paar Wochen andere Betrugsspielart“ 

Die BVZ leitete das Fax zur Konsumentenberatung der Arbeiterkammer (AK) Burgenland weiter. Konsumentenberater Christian Koisser dazu: „Es handelt sich ganz klar um einen Betrugsversuch, denn es ist äußerst seltsam, dass ein Anwalt per Fax oder auch per Email in so einer Angelegenheit Kontakt aufnimmt. Ein Rechtsanwalt würde das wohl postalisch machen.“

Die Konsumentenberatung, der AK, sei alle paar Wochen mit neuen Spielarten derartiger Betrugsversuche konfrontiert, so Koisser weiter. Mittlerweile versuchen Betrüger per E-Mail, Fax oder per Post Kontakt aufzunehmen. Besonders Kleinunternehmen würden in letzter Zeit immer wieder von Betrügern kontaktiert. „Adressverlage bitten die Unternehmen um die Bestätigung oder Herausgabe von Daten um sie dann kontaktieren zu können“, so Koisser weiter.

Koisser rät, derartige E-Mails zur Anzeige zu bringen und auch die Arbeiterkammer darüber zu informieren, außerdem biete ein Ombudsmann (siehe nebenstehende Infobox) Informationen über Betrügereien.