Erstellt am 09. Februar 2011, 00:00

Bewag investiert mehr als 400 Millionen Euro. AUSBAU / Vor allem der Bezirk Neusiedl am See profitiert von den geplanten Investitionen des Energiekonzerns.

Chancen nutzen. Die neuen Vorstände Michael Gerbavsits und Reinhard Schweifer bei ihrer Antrittspressekonferenz im Pannonia Tower Hotel in Parndorf.PIA REITER/BILDERBOX  |  NOEN
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BEZIRK / Für den neuen BEWAG Vorstand sind eine zweite Windinitiative und die Kooperation von BEWAG und BEGAS historische Chancen, die es zu nutzen gilt. Das betonten der neue Vorstandssprecher Michael Gerbavsits und sein Vorstandskollege Reinhard Schweifer bei ihrer Antritts-Pressekonferenz im „Pannonia Tower“. In unmittelbarer Windpark-Nähe lieferten die beiden einen Überblick über ihre Pläne: „Gleich zwei historische Chancen werden wir nutzen: Einerseits starten wir eine zweite Windenergie-Initiative, die das Burgenland zu dem Ökoland Europas macht“, so Gerbavsits weiter, „andererseits werden wir aus BEWAG und BEGAS einen konkurrenzfähigen und modernen Energiedienstleister formen“, ergänzt Schweifer. Die beiden Manager, seit Anfang Jänner an der Spitze des burgenländischen Leitbetriebes, haben rasch das operative Geschäft aufgenommen und arbeiten mit Hochdruck an einem Budget, das ihre Handschrift trägt und bereits wichtige Weichenstellungen vornimmt: Schweifer: „Wir wollen sparen, wo es möglich ist und investieren, wo es Sinn macht.“

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„Die neue BEWAG wird drei große Bereiche haben: Erzeugung, Netz und Vertrieb“, skizziert Gerbavsits die schlankere Struktur. Künftig wird man Windenergie im Burgenland noch mehr nutzen. „ Ziel ist es, so viel Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, wie im Land verbraucht wird.“ Die Behördenverfahren für weitere 200 Megawatt Windenergie sind abgeschlossen, Turbinenlieferungen sind vertraglich gesichert und in den nächsten drei Jahren Investitionen von rund 350 Millionen Euro geplant. „Wind braucht starke Netze“, weiß Gerbavsits. Deshalb werde Bewag Netz bis 2015, zusätzlich zu den laufenden Aufwendungen für Erneuerung und Instandhaltung, rund 66,5 Millionen Euro in die Netzinfrastruktur investieren: „Wenn im Burgenland alle geplanten Windparks in Betrieb sind, wird die Einspeiseleistung rund 1.000 Megawatt betragen. Das entspricht der Leistung von etwa fünf Donaukraftwerken!“

Die Eigentümer der beiden Landesenergieversorger haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass Bewag und Begas Unternehmen werden sollen. „Ziel ist es, Synergien zu nützen und diese an die Kunden und Eigentümer weiterzugeben“, so Schweifer.

„Wenn wir heute einen Blick in die Zukunft werfen, ist natürlich auch die Jugend ein Thema“, so Michael Gerbavsits. Natürlich biete der Energiedienstleister auch Jugendlichen hervorragende Job-Chancen. Gerbavsits: „Derzeit bilden wir 35 Lehrlinge aus – 2011 werden bis zu neun weitere aufgenommen.“