Neusiedl am See

Erstellt am 10. August 2016, 05:54

Ex-Banker baut 37 Kilo Drogen an. Ein 59-jähriger Ex-Banker steht wegen seiner Suchtgiftproduktion vor Gericht. Zwei Mittäter wurden ebenfalls angeklagt.

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26 Jahre lang, von 1990 bis 2016, soll sich ein ehemals erfolgreicher Bankangestellter im Bezirk Neusiedl mit dem Anbau und der Ernte von Cannabis befasst haben.

Drogenlandwirt teilte sich die Anklagebank

Von den 37,7 Kilogramm Cannabisblüten, die der 59-Jährige laut seinen Angaben bei der ersten Einvernahme vor der Polizei auf seinen Indoor- und Outdoor-Plantagen geerntet haben soll, sollen 27,7 Kilogramm weiterverkauft worden sein. Den Rest soll der Ex-Banker selbst konsumiert haben.

Die Anklagebank teilte der Drogenlandwirt mit einem zuletzt beschäftigungslosen 53-jährigen Mann aus Niederösterreich, der acht Kilogramm Cannabisblüten verkaufte beziehungsweise selbst konsumierte, und mit einem 42-jährigen Wiener, der zugab, trotz AMS-Bezug schwarz bis zu 1.200 Euro monatlich dazuverdient zu haben.

Das wurde dem siebenfach vorbestraften Mann von der Staatsanwaltschaft zwar nicht vorgeworfen, sehr wohl jedoch, dass er 2,6 Kilogramm Cannabisblüten verkauft und dem Erstangeklagten sein Equipment zur Erzeugung der Drogen zur Verfügung gestellt haben soll.

Über 150.000 Euro durch Drogen verdient

Durch den Verkauf von Drogen sollen die drei Männer beträchtliche Gewinne eingestreift haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von 154.250 Euro im Fall des Erstangeklagten, der Niederösterreicher soll 52.000 Euro, der Wiener immerhin noch 19.720 Euro verdient haben.

Der Ex-Banker und der Niederösterreicher bekannten sich prinzipiell schuldig, bestritten jedoch, Drogen in den ihnen vorgeworfenen Mengen hergestellt beziehungsweise verkauft zu haben. Sie widerriefen ihre Angaben, die sie vor der Polizei gemacht und mit Unterschrift bestätigt hatten. Er habe erst 2005 und nicht bereits 1990 mit dem Drogenanbau begonnen, behauptete der Ex-Banker.

Überhaupt nichts habe der Wiener mit den Drogendelikten zu tun, erklärte dessen Anwalt Nikolaus Mitrovits. Er plädierte für einen Freispruch. Der Niederösterreicher wurde vorige Woche zu zwei Jahren Freiheitsstrafe teilbedingt verurteilt, der Prozess gegen die beiden anderen Angeklagten wurde vertagt.