Erstellt am 06. August 2014, 10:20

Großes Aufräumen nach Unwetter-Chaos. Überschwemmungen / Starker Regen führte zu hohen Schäden und zum Dauereinsatz der Feuerwehren. Aufräumarbeiten gingen schnell voran.

Aufräumarbeiten. Franz Böhm mit Tochter Ursula Böhm bei den Aufräumarbeiten nach den Wassermassen im Keller ihres Hauses.  |  NOEN, Reiter

Schier unendliche Wassermassen brachen vergangenen Dienstag über den Bezirk Neusiedl am See herein. Die Ortsfeuerwehren befanden sich im Dauereinsatz und besonders Neusiedl am See und Podersdorf am See waren am schlimmsten vom Hochwasser betroffen. Es kam zu rund 340 Einsätzen im Bezirk. Allein in Podersdorf am See rückte die Feuerwehr zu 140 Einsätzen aus.

x  |  NOEN, Reiter

Großteils um Häuser mit Sandsäcken vor dem Eindringen des Wassers zu schützen, anderorts um das eingetretene Wasser aus den Kellern der Gebäude zu pumpen. Während des Unwetters brannte eine Scheune komplett nieder. Ein Blitz schlug in das Gebäude ein und setzte den Dachstuhl in Brand.

In Neusiedl wurde die Stadtfeuerwehr zu rund 120 Einsätzen gerufen. Großteils um das Wasser aus den Kellern der Häuser zu bekommen. Kurt Lentsch, Bürgermeister der Stadt Neusiedl am See zeigt sich schockiert: „Es war das ärgste Unwetter, das es bisher gab“.

Besonders schätzt er die Solidarität der Nachbarfeuerwehren, welche durch Privatpersonen bis spät in die Nacht unterstützt wurden. „Unsere Hochwasserschutzmaßnahmen haben gewirkt – wir haben damit viele Häuser vor Überschwemmungen geschützt“, so Lentsch. Sowohl Unternehmer als auch Privatpersonen waren von den Wassermassen betroffen.

Höhe des Schadens noch unklar

„Bei uns ist das Wasser in den Seminarräumen die Decke herunter gelaufen“, erzählt Martina Wende vom Hotel Wende. Einige Tische mussten wegen des Wassers gesperrt werden, doch obwohl das Hotel voll belegt war, berichtet Wende: „Die Gäste nahmen es mit Humor und sind toll damit umgegangen.“

Auch im Tanzcafé „Schluck Auf“ stand das Wasser 70 Zentimeter hoch im Lokalbereich. „Als ich das Lokal betreten habe, sind mir bereits Bierfässer entgegen geschwommen“, erzählt Wirtin Gerda Hartl. Zahlreiche Geräte im Lokal, aber auch die Ware wurden beschädigt.

„Die Höhe des Schadens lässt sich noch nicht einschätzen, aber jeden Tag kommt etwas Neues dazu“, so Hartl. Da die Anschaffung von neuen Geräten zeitaufwendig ist und die Säuberungsarbeiten noch etwas Zeit in Anspruch nehmen werden, ist das Lokal voraussichtlich für diese Woche noch geschlossen. „Das Umsatzminus durch die Schließung ist enorm“, sagt die Pächterin. Doch nicht nur Unternehmer, sondern auch eine Vielzahl an Privatpersonen waren von dem Unwetter betroffen. Auch hier bot sich für viele ein Chaos in den Eigenheimen.

Böhm: „Wasserdruck riss Kellermauer um“ 

Familie Böhm hatte keine Chance gegen das zwei Meter hohe Wasser in ihrem Kellerraum. „Der starke Regen hat das Kellerfenster aufgestoßen und unser Heizungsraum füllte sich in kurzer Zeit zwei Meter hoch mit Wasser. Durch den Wasserdruck wurde die Mauer niedergerissen und darauf folgend der Öltank umgeschmissen“, berichtet Elisabeth Böhm.

Das Wasser verteilte sich im gesamten Keller in einer Höhe von 1,50 Metern und zahlreiche Geräte und Gegenstände wurden beschädigt. „Zum Glück war der Öltank fast leer, sonst hätte es hierbei noch eine Umweltkatastrophe gegeben“, erzählt sie erleichtert.

Ebenso betroffen war der Proberaum der Band „Lost Losers“ in Podersdorf am See. Das kniehohe Wasser beschädigte elektronische Geräte der Band, wie beispielsweise deren Mischpult.

Durch den Einsatz der Feuerwehren und zahlreicher Helfer war es möglich, das Chaos in kurzer Zeit zu beseitigen, sodass beispielsweise in Neusiedl am See das Stadtfest wie gewohnt stattfinden konnte.
 


Einsatz-Details:

Feuerwehr-Regelung:

„Es gibt für Landesbedienstete, die freiwillig in Blaulichtorganisationen arbeiten, für dringende Einsätze die Möglichkeit bis zu zehn Tage in Form eines Sonderurlaubs dienstfrei gestellt zu werden."
„Ähnliche Regelungen kann es im Einzelfall für Gemeindebedienstete geben."
„Privatangestellte müssen sich Urlaub oder Zeitausgleich für den Einsatz nehmen."

In Podersdorf am See zählte man 140 Einsätze. In Neusiedl am See wurde die Stadtfeuerwehr (120 Mal) alarmiert. Insgesamt wurden rund 340 Einsätze im gesamten Bezirk gezählt.

Auch in den anderen Ortschaften rückten die Florianis aus. In Illmitz und in Weiden am See wurden die Feuerwehren 20 Mal alarmiert. In Tadten 12 Mal und in Gols 7 Mal.