Erstellt am 06. August 2014, 10:13

von Nicole Thüringer und Katharina Zedlacher-Fink

Hagel bedroht Ernte. Landwirtschaft / Bezirk burgenlandweit am stärksten von Hagelunwettern betroffen, Wein- und Gemüsebauern haben Millionenschaden.

Inspektion der Schäden. Die Pamhagener Weinbauvereinsobmänner Gottfried Tschida und Dietmar Bauer.  |  NOEN, Nicole Thüringer
Vier Mal wurde der Bezirk heuer bereits von Hagelunwettern heimgesucht. „Der Schaden beträgt im Bezirk Neusiedl am See schon drei Millionen Euro“, sagt Mario Winkler von der österreichischen Hagelversicherung. Die Hagelsaison startete mit 29. April schon sehr früh „Wallern ist bereits zum fünften Mal von Unwettern betroffen“, so Winkler weiter.

„Befürchten ein Drittel weniger Ernte“

Die Hagelunwetter forderten große Schäden in der Landwirtschaft, besonders in Wallern, Pamhagen und Jois. Besonders betroffen ist der Wein- und Gemüsebau, aber auch Ackerkulturen wurden schwer geschädigt.

Gottfried Tschida, der stellvertretende Weinbauvereinsobmann aus Pamhagen erzählt: „Die Winzer werden heuer besonders von Mutter Natur geprüft. Die Wetterkapriolen spielen uns übel mit und auch der Krankheitsdruck ist hoch. Wir befürchten für heuer um ein Drittel weniger Ernte.“

Auch Dietmar Bauer, Weinbauvereinsobmann sagt: „Bereits zum dritten Mal hat uns der Hagel heuer schon heimgesucht. Von den insgesamt 640 Hektar an Weinbaufläche in Pamhagen ist ungefähr ein Drittel betroffen. Die Triebe sind weggebrochen und die Trauben wurden angeschlagen. Dabei war der Schaden Ende Mai am größten.“

Aber nicht nur die Winzer fürchten um ihre Ernte, auch der Gemüsehandelsbetrieb „Perlinger Gemüse“ aus Wallern musste Einbußen hinnehmen. Patrick Haider, Juniorchef sagt: „Hagelschäden hatten wir heuer zweimal. Bereits im Mai richtete der Hagel bei unserem Zucchini mittelmäßigen Schaden an. Durch das schwere Unwetter vergangenen Mittwoch wurde dieser nochmals stark beschädigt.

Zucchini-Ernte zum Teil komplett zerstört

Die Zucchini-Ernte wurde zum Teil komplett zerstört und musste eingearbeitet werden. Betroffen waren davon circa sechs Hektar.“ Aber vor allem der hohe Niederschlag bereite dem Junior-Gemüsechef große Sorgen. „In den letzten vierzehn Tagen hat es in Wallern 200 Millimeter geregnet. Das ist Wahnsinn“, so Haider weiter.

Ebenfalls große Schäden richtete ein ungewöhnlich starkes Hagelunwetter am Mittwoch der Vorwoche in den Joiser Weingärten an. Eine Unwetterfront ging vor dem Leithagebirge nieder und zerstörte das Holz und die Beeren in den dortigen Weingärten schwer. „Wir hoffen nun auf warme Temperaturen und viel Wind, damit die angeschlagenen Beeren trocknen und nicht der Schimmel die wenigen gesunden Beeren noch zerstören kann“, so die betroffenen Joiser Winzer.