Erstellt am 31. Dezember 2014, 05:33

von Elisabeth Kirchmeir

Mit Messer zu Kindern. Ausgerastet | Mit einem Springmesser suchte ein Mann die Mutter seiner drei Kinder auf und drohte: „Es gehören alle umgebracht!“

 |  NOEN, Public Domain CC0
Wegen Nötigung, Hausfriedensbruchs, gefährlicher Drohung und Sachbeschädigung musste sich kürzlich ein 29-jähriger Mann vor Gericht verantworten.

Er war am 9. Oktober 2014 „mit Bomben und Granaten“, wie es sein Verteidiger Wolfgang Blaschitz drastisch schilderte, bei seiner im Bezirk Neusiedl lebenden Ex-Lebensgefährtin aufgetaucht. Die drei Kinder schliefen im Kinderzimmer.

Zuvor war er mit seinem PKW, den er mit einem falschen Kennzeichen getarnt hatte, ins Garagentor gekracht, durch die Garage in den Hof gelangt und durch ein eingeschlagenes Fenster ins Haus eingestiegen.
„Er war zugedröhnt mit allem, was Gott verboten hat. Entseelt durch Crystal Meth und Wodka wollte er sich dort entleiben“, schilderte der Anwalt die Situation. „Das war der dramatische Overkill der Situation: Er wollte sich umbringen und ein letztes Mal die Kinder sehen.“

„Wollte mir das Leben nehmen!“

So behauptete es jedenfalls der Angeklagte, der seit 2009 arbeitslos ist, und - nachdem er verhaftet wurde - in der Justizanstalt einen „kalten Entzug“ vom Drogenkonsum absolvierte. „Ich bin sehr froh über das Gefängnis“, bekannte er überraschenderweise vor Richter Wolfgang Rauter.

Er gab zu, mit einem Springmesser bei der Ex-Freundin aufgetaucht zu sein. „Die Klinge des Messers war draußen“, sagte diese. „Er fuchtelte damit herum und sagte, er will zu den Kindern und wir gehören alle umgebracht. Zweimal machte er Stichbewegungen in meine Richtung.“ Von Selbstmord habe ihr Ex-Freund am 9. Oktober nicht gesprochen.

„Ich würde niemals meinen Kindern etwas antun!“, beteuerte der Angeklagte. Das Messer habe er eingesteckt, weil es in seiner Wohngegend „hintaus“ viele Wildschweine gebe.

Er wurde zu 15 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon zwölf Monate bedingt. Mit seiner Ex-Freundin darf er keinen Kontakt mehr aufnehmen.