Erstellt am 14. September 2016, 10:48

von Elisabeth Kirchmeir

Ex-Banker verurteilt. Drei Jahre Haft für ehemals erfolgreichen Börsenmakler, der sich auf Cannabisanbau spezialisiert hatte.

„Als Börsenmakler braucht man das“ - so rechtfertigte der Ex-Banker vor Gericht seinen Cannabiskonsum.  |  Symbolbild/Bilderbox.com

Zu jeweils drei Jahren Haft wurden vorige Woche jener 59-jährige Ex-Banker, der in seinem Haus im Bezirk Neusiedl jahrelang Cannabis angebaut hatte, und einer seiner Abnehmer verurteilt.

Bereits massiv vorbestraft

Dieser massiv vorbestrafte Mann, ein Wiener, muss zusätzlich 22 Monate Haft aus einer früheren Bewährungsstrafe absitzen. Er kündigte sofort Berufung gegen das Urteil an, während der Ex-Banker die Strafe annahm.

Der ehemals erfolgreiche Börsenmakler soll in Outdoor- und Indoorplantagen laut Staatsanwaltschaft mehr als 37 Kilogramm Cannabisblüten gewonnen haben. Der Ex-Banker gab vor Gericht zu, Drogen produziert zu haben, relativierte aber die Mengen. Konsumiert habe er Cannabis seit 1990, selbst angebaut jedoch erst seit dem Jahr 2000.

Drei Jahre Haft für 29 Kilo Cannabis

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren wurde der Ex-Banker wegen der Erzeugung von 29 Kilogramm Cannabisblüten und dem Verkauf von rund 12 Kilogramm Cannabis zu drei Jahren Haft verurteilt.

Ein Betrag von 69.445 Euro wurde für verfallen erklärt - diese Summe, die dem Erlös aus dem Drogenverkauf entspricht, muss der Ex-Banker an den Staat Österreich zahlen.

Zuerst habe der Mann die Drogen nur im Garten angebaut, ab 2005 deute ein massiv gestiegener Stromverbrauch auf Indoorplantagen hin, so Richterin Karin Lückl. „Als Börsenmakler braucht man das“, begründete der Hauptangeklagte seine Sucht. „Wenn man täglich mit Hunderttausenden oder Millionen zu tun hat...“