Neusiedl

Erstellt am 06. Juli 2016, 06:27

von Paul Haider

Mit Drohnen auf Schlepper-Jagd. 96 neue Polizisten kontrollieren seit Montag sämtliche Grenzübergänge zu Ungarn. Auch Drohnen werden eingesetzt.

Überwachung aus der Luft. Eine „Tracker“ Drohne unterstützt den Assistenzeinsatz des Bundesheeres. Foto: Militärkommando Burgenland  |  Militärkommando Burgenland

Seit null Uhr am Montag wird in Nickelsdorf so streng kontrolliert wie seit der Grenzöffnung 2007 nicht mehr. Die Polizei sagt damit den zuletzt wieder gestiegenen Schlepperzahlen den Kampf an.

Waren es bisher vor allem Lastwägen und Kleintransporter, die bei der Einreise nach Österreich überprüft wurden, so wird seit Montag jedes Fahrzeug, auch kleinere Autos, einer Sichtkontrolle unterzogen. Sollten Verdachtsfälle auftreten, werden auch die Dokumente der Passagiere kontrolliert.

Die Folge waren am Montag bereits kilometerlange Staus auf ungarischer Seite und Wartezeiten von bis zu zwei Stunden.

„ Wir müssen die Reisenden um Verständnis bitten“

Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer schildert im BVZ-Gespräch die Lage am Grenzübergang Nickelsdorf am Montag: „Der Stau, der sich im Laufe des Vormittags angesammelt hat, ist zu einem guten Teil auf das LKW-Fahrverbot am Wochenende zurückzuführen. Wir müssen die Reisenden um Verständnis bitten. Nachdem wir die Grenzkontrollen nun so intensiv zu machen haben, entstehen leider zwangsläufig Staus. Es ist uns aber viel wichtiger, die Schlepperei zu bekämpfen. Eine Situation wie mit den 71 Toten oder die riesige Migrationswelle im Herbst wollen wir nicht mehr haben“.

Die verschärften Kontrollen seien notwendig geworden, nachdem in letzter Zeit vermehrt Schleppungen in normalen PKW aufgetreten seien, so Bierbaumer weiters.

Die Grenzkontrollen finden an sämtlichen Übergängen zu Ungarn im Bezirk Neusiedl statt. Um diesen Arbeitsaufwand bewältigen zu können, kamen am Montag zusätzlich 96 Polizeibeamte in den Bezirk. Davon sind 66 in Nickelsdorf und 30 in Pamhagen stationiert.

Grenzmanagement: 130 Container in Nickelsdorf

Die Grenzen werden bis auf Weiteres dicht bleiben, eine zeitliche Frist für die Kontrollen gibt es nicht. Man stellt sich bei der Polizei eher auf einen langfristigen Einsatz ein. In Nickelsdorf wird derzeit ein Komplex mit 130 Containern für das Grenzmanagement eingerichtet. Um unkontrollierte Grenzübertritte zu vermeiden, soll in Nickelsdorf zudem ein Grenzzaun von der B10 zur A4 errichtet werden.

Auch das Bundesheer ist nach wie vor mit Assistenzsoldaten an der Grenze im Einsatz. Diese erhalten ab kommenden Montag auch Unterstützung aus der Luft: Die Drohne „Tracker“ wird zu „Aufklärungszwecken“ zum Einsatz kommen, heißt es vonseiten des Bundesheeres.