Erstellt am 04. Mai 2016, 13:19

von NÖN Redaktion

Bezirksgemeinden ringen um "Ja" für Hallenbad. Nach einem weiteren Runden Tisch mit den Bürgermeistern hofft die Stadtgemeinde auf Absichtserklärungen bis Ende Mai.

Zukunft offen. Die Bezirksgemeinden haben bis Ende Mai Zeit, sich für oder gegen eine Unterstützung des Hallenbades zu entscheiden. Die Stadtgemeinde hat sich per Resolution eine Frist bis Ende Juni gesetzt, um eine endgültige Entscheidung über die Zukunft treffen.  |  NOEN, Birgit Böhm-Ritter

Die Zeit wird langsam knapp: Die Frist, die die Stadtgemeinde für den Weiterbetrieb des Hallenbades gesetzt hat, endet mit Ende Juni. Bis dahin soll entschieden werden, wer wie viel mitzahlt.

Das Land Burgenland (mit Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) und Tourismus-Landesrat Alexander Petschnig (FPÖ) sowie die Bürgermeister der Bezirksgemeinden bekunden grundsätzlich Bereitschaft und wollen, dass das Hallenbad erhalten bleibt.

Sie fordern aber gleichzeitig ein schlüssiges Konzept zur Renovierung inklusive einer Neubau-Variante und scheuen sich vor einem langjährigen Bekenntnis oder Verpflichtungen.

Dennoch sprechen Vertreter der Stadtgemeinde, die beim Runden Tisch mit Vertretern der Bezirksgemeinden dabei waren, von konstruktiven Gesprächen: „Das Konzept wurde präsentiert, ebenso ein Muster-Gemeinderatsbeschluss. Die Stimmung war ganz gut, gewünschte Änderungen werden wir versuchen, einzuarbeiten. Wir haben die Gemeinden bis Ende Mai um eine Absichtserklärung gebeten, die in den jeweiligen Gemeinderäten beschlossen werden muss. Bis dahin wollen wir Bescheid wissen, wer dabei ist und wer nicht“, erklärt Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP).

"Eine Entscheidung gehört her"

Das bestätigt auch Grüne-Gemeinderätin Alexandra Fischbach: „Wir müssen wissen, in welche Richtung es gehen soll. Schließlich haben wir auch eine Verantwortung den Neusiedler Steuerzahlern gegenüber.“
Bleibt es bei dem von Freizeitbetriebe Georg Glerton genannten Betrag von sieben Euro pro Bürger so wären das zum Beispiel circa 9.000 Euro jährlich für Gattendorf, Parndorf müsste 33.000 Euro bereitstellen.

„Eine Entscheidung gehört her“, meint auch FP-Gemeinderat Herbert Denk, und weiter: „Es ist gut, dass man nach Auswegen sucht. Sich 20 Jahre zu verpflichten, ist für Gemeinden aber zu lang, vielleicht wäre es für sie besser, zwei bis dreimal eine größere Summe zu zahlen.“

Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm sagt: „Ich war beim Runden Tisch das erste Mal eingeladen. Ich hatte den Eindruck, dass einige Bürgermeister positiv gestimmt sind, jedoch sind von ihrer Seite sehr viele Fragen offen. Es fehlt den Bürgermeistern ein Fixkonzept mit Kostengarantie und ein Vertrag.“
 


Zitate zum Thema

Gabi Nabinger (SPÖ) Bürgermeisterin in Kittsee: 
„Ich war bei der Zusammenkunft letzte Woche zwecks Hallenbad nicht dabei. Diesen Beschluss, dass pro Einwohner 7 Euro im Jahr verrechnet werden, kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Kittsee hat in etwa 3.500 Einwohner, also das wäre kein tragbarer Betrag. Ich denke jedoch, dass das Hallenbad gerettet werden kann und bin auch für eine Offenhaltung, jedoch braucht man zunächst ein ordentliches Konzept.“

Franz Vihanek (ÖVP) Bürgermeister in Gattendorf:
„Ich habe das schon im Gemeinderat angesprochen, da war die Skepsis größer als die Zustimmung. Ich verstehe, dass solche Einrichtungen schwer von einer Gemeinde zu tragen sind, aber unsere budgetäre Situation ist schwierig. Wir sind mit unseren Leistungen schon am Limit und haben auch nicht die freie Finanzspitze für weitere Ausgaben. Ich werde das aber nochmals mit dem Gemeindevorstand besprechen und die Entscheidung braucht natürlich einen Gemeinderatsbeschluss.“

Wilhelm Schwartz (ÖVP) Bürgermeister aus Weiden am See:
„Wir als Nachbargemeinde werden natürlich einen Beitrag leisten. Wenn nicht wir, wer dann. Wir haben im Budget 2016 bereits einen Betrag für das Hallenbad veranschlagt. Dass sich die Gemeinden aber auf 20 Jahre für eine Mitfinanzierung binden sollen, ist, glaube ich, zu lange. Das wird wohl auch ein Handicap für viele Gemeinden sein. Die Variante eines Neubaus sollte nicht außer Acht gelassen werden. Ein Neubau wäre in der Erhaltung vielleicht günstiger.“