Erstellt am 12. März 2014, 10:00

Biber außer Kontrolle. Gattendorf/Zurndorf / Entlang der Leitha haben sich Schätzungen zufolge bereits über 5.000 Biber angesiedelt. Erste Versuche, die Nagerpopulation zu regulieren, blieben erfolglos.

Von Paul Haider

Angenagte Bäume, zerstörte Hochwasserdämme und verwüstete Maisfelder. Das sind nur drei der gröberen Probleme, die die derzeitige unkontrollierte Vermehrung der Biber in mehreren Leithagemeinden mit sich bringt.

„Die Schäden sind enorm“, sagt Robert Michitsch, SPÖ-Vizebürgermeister von Zurndorf. „Kaum werden die Biberdämme abgetragen, sind sie auch schon wieder da. Und da sich die Baueingänge unter Wasser befinden, ist es zudem auch schwierig, diese zu finden.“

Hochwasserdämme beschädigt

Während sich die Biber weiterhin vermehren, richten sie immer schwerwiegendere Schäden an. Die Biberdämme verursachen Überschwemmungen auf der einen Seite des Gewässers und legen die andere trocken. Außerdem wurden schwere Schäden an Hochwasserdämmen festgestellt, was die Überflutungsgefahr erheblich erhöht.

„Alleine die Instandhaltungsmaßnahmen an den Hochwasserdämmen und das Wegräumen der abgenagten Bäume ist mit einem sehr großen Aufwand verbunden“, sagt Franz Vihanek, ÖVP-Bürgermeister von Gattendorf.

Bislang keine Biber gefangen

Um der Plage Herr zu werden, wurde vor Kurzem vom Land Burgenland genehmigt, im Bereich der kleinen Leitha in Gattendorf unter bestimmten Voraussetzungen, Biber zu fangen und zu töten.

Vihanek dazu: „Es gibt einen Bescheid zur Dezimierung der Biber. Es darf aber nicht einfach auf die Biber geschossen werden, das wäre Tierquälerei. Die Tiere müssen gefangen und gemeldet werden.“ Ob das gefangene Tier anschließend getötet wird, wird von der Umweltabteilung vom Land Burgenland entschieden.

„Es handelt sich hier um eine Plage“

Eine solche Entscheidung musste bislang aber nicht gefällt werden, denn noch ist im Bereich der kleinen Leitha kein einziger Biber in die Falle gegangen.

Wie viele Nager sich momentan genau entlang der Leitha befinden, ist unklar. „Derzeit ist eine Zählung seitens des Bibermanagements im Gange. Die Schätzungen liegen bei circa 5.000 Tieren“, so Robert Michitsch.

In den Leithagemeinden hofft man jedenfalls auf eine baldige längerfristige Lösung des Biberproblems, denn: „Es handelt sich hier um eine Plage, das ist eine Tatsache. Wie bei jedem anderen Wildtier, das sich unkontrolliert vermehren kann“, meint Franz Vihanek. Laut Experten wird es keine leichte Aufgabe werden, die Nager entlang der Leitha unter Kontrolle zu bringen.