Erstellt am 10. September 2015, 18:02

von Paul Haider

Biber-Plage: Erste Erfolge. Biber treiben nach wie vor entlang der Leitha ihr Unwesen, doch das Bibermanagement kann erste Erfolge verbuchen.

Lästig. Biber machen sich mit dem Annagen von Bäumen und dem Bauen von Dämmen bei Landwirten unbeliebt. Foto: Paul Haider  |  NOEN, Paul Haider

Der Biber fühlt sich noch immer sehr wohl an der Leitha. Angenagte Bäume und lästige Biberbauten gehören in den Gemeindegebieten von Gattendorf und Zurndorf zur Tagesordnung.

Um dem Problem Herr zu werden, wurde im Frühjahr das sogenannte „Bibermanagement“ der Universität für Bodenkultur Wien damit beauftragt, nach Lösungen zu suchen – BVZ.at hatte berichtet:



Mit Erfolg, wie Paul Weikovics vom Referat für Natur- und Umweltschutz des Landes Burgenland berichtet: „Das Bibermanagement ist damit beauftragt, in Problemfällen mit betroffenen Leuten Kontakt aufzunehmen und dann allfällige Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Das läuft derzeit sehr gut und wird gut angenommen.“

Vermittler zwischen Mensch und Tier

Das Bibermanagement agiert als „Vermittler“ zwischen Mensch und Tier. In erster Instanz geht es laut Weikovics um Aufklärung und Prävention von Problemen. Erst in zweiter Instanz werde bei Bedarf in den Lebensraum der Biber eingegriffen, etwa durch das Einbauen von Drainagerohren oder dem Abtragen von Biberbauten.

Erst wenn alle anderen Maßnahmen nicht greifen sollten, wäre auch ein Eingriff in die Population möglich, erklärt Paul Weikovics.

Ausnahmemaßnahmen wie im Vorjahr, als der Biber befristet zum Abschuss freigegeben wurde, seien derzeit aber nicht bewilligt. Weikovics ist zuversichtlich, dass man heuer keine Biber fangen oder töten muss: „Schon beim Fischottermanagement hat sich bewährt, dass sich durch Beratung vor Ort einiges lösen lässt.“

Gattendorfs Bürgermeister Franz Vihanek (ÖVP) berichtet gegenüber der BVZ, dass es demnächst ein Treffen zwischen Landwirten und dem Bibermanagement geben wird, wo eine Bestandsaufnahme präsentiert wird.

Die BOKU Wien wird noch bis 2016 mit dem Bibermanagement betraut sein. Danach sollen die Erfolge des Teams bewertet und eine Entscheidung darüber gefällt werden, wie man in der Zukunft mit den Nagetieren umgehen soll.