Erstellt am 02. April 2015, 14:48

von Paul Haider

Biberplage: neue Taktik. In Zusammenarbeit mit Experten sollen Biber in den Leithagemeinden aus Problemzonen vertrieben werden.

Ärgerlich. Biberdämme sorgen für Überschwemmungsschäden. Jetzt dürfen sie unter bestimmten Voraussetzungen entfernt werden. Foto: Haider  |  NOEN, Paul Haider
Eine drastische Maßnahme ließ im vergangenen Jahr aufhorchen: Um der Biberplage entlang der kleinen Leitha in Gattendorf und Zurndorf Herr zu werden, erlaubte das Land Burgenland das gezielte Fangen und Töten der Nagetiere.

Die Maßnahme brachte aber nicht den gewünschten Erfolg: Die Biber stellten sich als zu schlau heraus, kein einziges Tier ging in die Falle.

„In 90 Prozent funktioniert diese Vergrämung der Tiere“

Mit 1. April tritt nun das neue Bibermanagement in Kraft, das auf weniger drastische Methoden setzt. „Im Vordergrund stehen dabei Eingriffe in den Lebensraum des Bibers“, erklärt Leo Sommer von der Abteilung für Umweltschutz des Landes Burgenlandes.

Durch die Errichtung von Schutzgittern vor Bäumen und den Einsatz von Elektrozäunen sollen die Biber dazu animiert werden, sich aus Problemzonen zurückzuziehen. In weiterer Folge dürfen künftig auch Biberdämme manipuliert werden, um Überschwemmungen zu vermeiden.

„In 90% der Fälle funktioniert diese Vergrämung der Tiere sehr gut. Die Biber ziehen dann in Gebiete weiter, wo die Bevölkerung nicht so stark betroffen ist“, erläutert Leo Sommer.

Bestandsaufnahmen hätten gezeigt, dass es nicht zu viele Biber entlang der Leitha gibt, aber die Verteilung der Tiere ungünstig ist. Das Bibermanagement wird nach niederösterreichischem Vorbild in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wildbiologie der Universität für Bodenkultur Wien durchgeführt.