Erstellt am 18. Februar 2015, 08:40

von Birgit Böhm-Ritter

Parteibälle wenig besucht. Die Wirten des Bezirks sind mit der diesjährigen Ballsaison zufrieden. Die Besucherzahlen bleiben konstant, alleine die Ballveranstaltungen der Parteien sind rückläufig.

Jessica Frittum, Patrick Fend, David Weber und Corina Gonter eröffneten heuer den Feuerwehrball in Jois.  |  NOEN, Pia Reiter

Mit lang gezogenen, fließenden Schritten zogen junge Paare in den letzten Wochen stolz in die Ballsäle des Bezirks ein. Mit einer Polonaise eröffneten die Tänzer die Ballabende und sorgten damit für einen Höhepunkt jeder Ballnacht. Doch wie steht es um die Balltradition in unserem Bezirk? Stirbt dieser festliche Brauch in den Gemeinden langsam aus oder lebt er doch weiter? Die BVZ hat bei Wirten und Veranstaltern gegen Ende des Faschings nachgefragt. Eine Tendenz ist klar erkennbar: Getanzt wird immer noch gerne, aber weniger bei Parteibällen.

Karl Leidenfrost, Wirt in Winden am See, ist mit der heurigen Ballsaison zufrieden. Sechs Ballveranstaltungen inklusive Kinderball standen am Programm. „Besonders gut besucht waren der Sportlerball, der Ball des Musikvereins und der Kinderfasching. Beim Kindermaskenball waren etwa 300 Personen, beim SPÖ-Ball dagegen nur 60“, erzählt Leidenfrost.

Reservierungen der veranstaltenden Vereine hat er bereits jetzt für das nächste Jahr. Die Bälle würden zwar nicht mehr so viele Besucher zählen wie etwa vor zehn Jahren, für die Veranstalter würden sich die Abende aber immer noch rechnen. Das bestätigt auch Christian Harrer, Kommandant der Feuerwehr in Neusiedl am See und Organisator des Feuerwehrballs. 2.000 bis 3.000 Euro würden der Ortsfeuerwehr aus dem Erlös des Balls über bleiben, sagt er.

„Jungen sind keine Ballmuffel"

In Halbturn gibt es längst nicht mehr so viele Ballveranstaltungen. Das Gasthaus Knöbl bietet im Ort als einziger Gastronomiebetrieb dementsprechende Möglichkeiten. Parteibälle stehen schon seit Jahren keine mehr am Ballkalender. „Die heurige Ballsaison kann man als durchwachsen beschreiben“, zieht Adrian Knöbl Bilanz. Beim Sportlerball musste er einige Reservierungen sogar ablehnen, der Feuerwehrball war dagegen schwach besucht. „Dort kam keine Polonaise zustande, dann bleiben auch die Angehörigen der jungen Tänzer aus“, begründet er die eher mäßige Gästezahl. Ballmuffel seien die Jungen aber nicht.

Überlegungen den Dresscode bei den Bällen nicht so streng zu nehmen, seien wieder ad acta gelegt worden: „Der jungen Generation gefällt es, sich ein, zwei Mal im Jahr mit langem Abendkleid und Anzug in „Schale zu werfen“. Damit heben sich die Bälle von den vielen Wochenendveranstaltungen im ganzen Jahr ab“, glaubt Knöbl.

Das „Gasthaus zur Alten Mauth“ ist in Neusiedl am See die erste Adresse in der Ballsaison. Vier der fünf Bälle, dazu zwei Kinderfaschingsfeste finden im Gastronomiebetrieb von Kurt Windholz statt. Auch er bestätigt den allgemeinen Trend: „Die Bälle der ÖVP und der SPÖ waren schwächer besucht als in den vergangenen Jahren“, sagt er. Trotzdem zeigt sich auch er nicht unzufrieden. Bälle, Kränzchen und Feiern bescheren der Gastronomie gute Umsätze im Fasching. „Ohne diese Veranstaltungen wäre es zu überlegen, einen Monat Betriebsurlaub zu machen. Die Bälle erlauben mir es aber, das Personal durchgehend zu beschäftigen“, spricht Windholz der Faschingszeit einen wichtigen wirtschaftlichen Aspekt zu.