Bruckneudorf

Erstellt am 01. Oktober 2016, 05:35

von Otto Havelka

Asyl-Quartier: Kein Ende in Sicht. Der Pachtvertrag für die Flüchtlingscontainer wurde verlängert. Nun soll das Areal winterfest gemacht werden.

Das Areal mit den Flüchtlingscontainern wird bis Ende Oktober um 100.000 Euro komplett überdacht.    |  Havelka

Die Mundwinkel von SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker hängen tief: „Das ist wie ein Vertragsbruch“, murrt er. Entgegen einer im Frühjahr getroffenen Vereinbarung, dass auf dem Heeresareal Lagerstraße 1 nur für ein halbes Jahr Container für 80 Flüchtlinge aufgestellt werden, wurde nun der Pachtvertrag des Innenministeriums um ein weiteres halbes Jahr bis Jänner nächsten Jahres verlängert.

Und die Anzeichen sprechen dafür, dass auch dann das Containerdorf nicht geräumt wird. Bis Ende Oktober wird das Flüchtlingslager winterfest gemacht. Das gesamte Areal wird überdacht. Für Planung und Umsetzung zeichnet das Verteidigungsministerium verantwortlich, finanziert wird die Überdachung vom Innenministerium. Kostenpunkt: 100.000 Euro. „Wir brauchen die Container als Reserve“, erklärt der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck. Derzeit sind dort 34 Flüchtlinge untergebracht.

Bürgermeister Dreiszker beißt widerwillig in den sauren Apfel: „Dass es nicht bei einem halben Jahr bleiben wird, haben wir eh vermutet.“ Dass das Flüchtlingslager aber eine dauerhafte Einrichtung wird, wie Grundböck schon vor ein paar Wochen gegenüber der NÖN erklärte, sorgt beim Ortschef für Verärgerung. An neuerliche Demos wie vor einem Jahr sei vorerst aber „nicht gedacht“, zumal es ja auch keine Zwischenfälle in Zusammenhang mit den Flüchtlingen gegeben habe. Dreiszkers Hoffnung: Die Gemeinde will das Areal dem Heer abkaufen und es dann räumen lassen.

Chronologie

 Ende vergangenen Jahres demonstrierten Bruckneudorfer (mit Unterstützung von SP-Landeshauptmann Hans Niessl) gegen die Errichtung eines Flüchtlingslagers in Bruckneudorf.
 Als Kompromiss wurde die Errichtung eines Containerdorfes auf dem Heeresareal Lagerstraße 1 für 80 Flüchtlinge für ein halbes Jahr vereinbart.
 Im Juli wurde der Pachtvertrag zwischen Verteidigungs- und Innenministerium verlängert.