Erstellt am 19. November 2014, 07:17

von Susanne Müller und Bettina Eder

Absage: Ball fällt Sparstift zum Opfer. Sparpläne des Ministeriums beenden Ballsaison in der Benedekkaserne. Der Garnisonsball wurde vorerst stillgelegt. Seine Zukunft steht in den Sternen.

Es hat sich ausgetanzt! Der Garnisonsball wird - zumindest bis auf Weiteres - nicht mehr stattfinden.  |  NOEN, Archiv

Es waren immer Fixpunkte im Ballgeschehen der Region: Die Garnisonsbälle lockte jährlich tausende – vor allem junge – Tanzwütige nach Bruckneudorf und Eisenstadt. Nun dürften die Bälle in der Benedekkaserne am Truppenübungsplatz Bruckneudorf

allerdings Geschichte sein.



„Es wird nächstes Jahr nur den Ball in der Kaserne Güssing geben“, bestätigt die Pressestelle des Militärkommandos auf Anfrage der BVZ.

Grund: „Strengere Bestimmungen über Rekruten-Einsatz“

Der Ball in der Benedekkaserne ist offiziell stillgelegt. Ob es jemals wieder einen geben wird, kann auch TÜPl-Kommandant Oberst Franz Neuh „Es gibt jetzt strengere Bestimmungen über den Einsatz der Rekruten“, old nicht sagen: „Es tut mir sehr leid um den Ball. Ich bitte um Verständnis für die Maßnahme.“

Der Grund für das ungeplante Aus der Veranstaltung liegt in den Sparplänen des Ministeriums. „Es gibt jetzt strengere Bestimmungen über den Einsatz der Rekruten“, so Neuhold.

Für einen Ball dürfen Rekruten nun nicht mehr herangezogen werden. „Ohne sie ist es aber für uns nicht mehr möglich, einen solchen Ball auch nur kostendeckend und schon gar nicht gewinnbringend zu organisieren. Würden wir ein Catering zukaufen, müssten wir die Preise so hoch ansetzen, dass die Gäste ausbleiben würden“, so Neuhold.

Auch „Martini-Schießen“ musste abgesagt werden

Als einer der größten Bälle der Region hatte der Garnisonsball in den vergangenen Jahren zwar schon mit einem Rückgang bei den Besucherzahlen zu kämpfen. Zuletzt seien aber wieder mehr Gäste zu verzeichnen gewesen, erzählt Neuhold.

Ebenfalls den Einsparungsmaßnahmen zum Opfer gefallen ist das beliebte „Martini-Schießen“. Das betrifft allerdings nicht nur Bruckneudorf: „Vom Streitkräfte-Führungskommando wurden bundesweit alle Partnerschaftsschießen abgesagt“, erklärt Neuhold.

Beim Martini-Schießen waren bisher immer die Gemeinden des Neusiedler Bezirks, die Landwirtschaftskammer sowie Vertreter der Gemeinden Bruck und Bruckneudorf eingeladen gewesen.

Spar-Auswirkungen ansonsten noch kaum zu spüren

Abgesehen von diesen beiden Maßnahmen seien die Auswirkungen der Sparmaßnahmen bislang am TÜPl noch kaum zu spüren. „Es gibt Einschränkungen für den KFZ-Betrieb“, so Neuhold. Und, die Unterstützung für Gemeinden bei Veranstaltungen sei künftig nur noch während der regulären Dienstzeit möglich. Und auch die Gerätschaften des Bundesheeres dürfen nur noch zu Einsatz- oder Übungszwecken herangezogen werden.

Für Geländefahrten beim Ferienspiel, wie dies in den vergangenen Jahren immer der Fall war, dürfen die Fahrzeuge also nun nicht mehr verwendet werden. „Die Fahrzeuge müssen geschont werden“, erklärte Neuhold daher den Kindern und Eltern beim alljährlichen Ferienspaß am TÜPl. Die Verpflegung der Kinder übernahmen heuer die Gemeinden.