Erstellt am 12. November 2015, 09:35

FP-Rochaden im Ort und Bezirk. Aufstieg und Fall FPÖ-Ortsparteichef Gerhard Kovasits konzentriert sich auf den Landtag. Bezirksgeschäftsführer Ingo Reifberger muss nach Verurteilung gehen.

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BRUCKNEUDORF Gerhard Kovasits zieht sich nach knapp zwanzig Jahren als FP-Ortsparteiobmann zurück und übergibt das Amt an dem 34-jährigen Bruckneudorfer FP-Gemeinderat Mario Jaksch, der am vergangenen Donnerstag einstimmig zum Nachfolger von Kovasits gewählt wurde.

„Ich will mich ganz auf meine Arbeit als Landtagabgeordneter und FP-Klubobmann konzentrieren“, begründet Kovasits seinen Rückzug. Auch sei jetzt der optimale Zeitpunkt, zwei Jahre vor den nächsten Gemeinderatswahlen „das Amt in junge Hände zu legen“. Mit Ende des Jahres wird Kovasits dann auch aus dem Gemeindevorstand ausscheiden und diese Funktion ebenfalls an Jaksch übergeben.

Das Kovasits-Erbe ist stattlich: Mit fünf Gemeinderatssitzen ist die FP-Bruckneudorf die stärkste blaue Ortsgruppe im Burgenland. Und Kovasits steckt seiner Fraktion auch schon das nächste Ziel: „Wir wollen den Vizebürgermeister.“

Unklar ist noch, ob Kovasits auch seine Funktion als FP-Bezirksobmann zurücklegt. Darüber könnte beim Bezirksparteitag am 29. Jänner nächsten Jahres entschieden werden.

Dort könnte dann auch ein Nachfolger für den FP-Bezirksgeschäftsführer Ingo Reifberger bestellt werden. Reifberger war bis vor wenigen Monaten Gemeinderat in Bruckneudorf, wo er in einer Dienstwohnung der Heeresforstverwaltung am Truppenübungsplatz (TÜPl) logierte. Als Leiter der Heeresforste wurde er aber schon vor gut zwei Jahren im Zuge von Erhebungen der Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauch vom Dienst suspendiert.

Vor zwei Wochen wurde Reifberger unter anderem wegen schweren Betrugs (Unregelmäßigkeiten bei Abschüssen von Wild) zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt.

Dazu Kovasits: „Ich habe immer gesagt, wenn er verurteilt wird, muss er gehen. Ich habe noch kein Rücktrittsgesuch von ihm, aber ich rechne damit.“ Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Darüber müssen wir erst beraten“, so Kovasits.