Erstellt am 13. April 2016, 05:14

von Otto Havelka

Bruckneudorf plant eigene Feuerwehr. Die Gemeinde will den Kooperationsvertrag mit der Feuerwehr Bruck aus Kostengründen nicht mehr verlängern.

 |  NOEN, APA (Webpic)

Offiziell beschlossen ist noch nichts, aber hinter den Kulissen wird schon emsig an dem Projekt gearbeitet: „Es geht in Richtung eigene Feuerwehr“, bestätigt SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker. Auch das Bezirksfeuerwehrkommando Neusiedl hat schon freudig den Stützpunkt-Zuwachs verkündet.

Der Grund für die neu entflammte Begeisterung für eine eigene Feuerwehr: Künftig müsste die Gemeinde im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der NÖ Bezirkshauptstadt Bruck 50.000 Euro pro Jahr als Kostenbeitrag für Brucker Feuerwehreinsätze in Bruckneudorf zahlen. Laut Thomas Poller, Feuerwehrkommandant in der Bruckneudorfer Katastralgemeinde Kaisersteinbruch, sei damit „die Schmerzgrenze weit überschritten“.

Bei vier bis fünf Einsätzen pro Jahr seien laut Berechnungen des Landesfeuerwehrkommandos 20.000 bis 28.000 Euro realistisch. „Verhandelt wird nicht mehr“, sagt Bürgermeister Dreiszker, es gehe nur noch darum, „den Übergang vom vertragslosen Zustand bis zur eigenen Feuerwehr abzuklären“.

Eigene Feuerwehr oder Zweigstelle

Wann, wo und wie diese installiert wird, ist aber noch offen. Fix ist, dass demnächst rund ein Dutzend Bruckneudorfer bei der Feuerwehr Kaisersteinbruch als neue Mitglieder ausgebildet werden. Die Feuerwehr Neusiedl würde ein gebrauchtes Feuerwehrauto abtreten.

Für Poller würde sich aber auch „ein neues um maximal 450.000 Euro rechnen“, wenn man sich 50.000 Euro Kostenbeitrag pro Jahr erspare. Diskutiert wird noch, ob in Bruckneudorf eine eigene Feuerwehr oder eine Zweigstelle der FW Kaisersteinbruch eingerichtet wird (siehe unten).

In Bruck hat man auf die Nachricht nicht besonders freudig reagiert. Die Bemühungen um mehr Kooperationsbereiche mit den Nachbarn würden damit einmal mehr ad absurdum geführt, war der erste Tenor der Mandatare. SP-Bürgermeister Richard Hemmer meinte aber letztendlich: „Wenn das der Plan ist, ist das für uns in Ordnung.“ Er wünsche sich nur, dass man mit Bruck kommuniziere. „Es ist einfach ungut, wenn ich so etwas aus dem blauen Gemeindekurier erfahre“, so Hemmer.

Zum Thema

Für die Gründung einer eigenen Feuerwehr in Bruckneudorf stehen derzeit zwei Varianten zur Diskussion: 

• Freiwillige Feuerwehr Bruckneudorf
Diese würde als eigenständige Feuerwehr ausschließlich für Bruckneudorf zuständig sein. Sie würde über eine eigene Kommandantur verfügen und müsste alle (personellen und ausrüstungstechnischen) Voraussetzungen dafür erfüllen.
• „Abgesetzter Zug“ der Feuerwehr Kaisersteinbruch
Als solche wäre die Feuerwehr Bruckneudorf eine Zweitstelle der Feuerwehr Kaisersteinbruch ohne eigene Kommandantur. Sie wäre für den „Erstschlag“ zuständig. In der Folge würde die Feuerwehr Kaisersteinbruch anrücken. Mit der geplanten Brücke über die Bahn wäre dies schneller als bisher möglich.