Erstellt am 03. März 2015, 15:45

von Otto Havelka

Radfahrverbot sorgt wieder für Unmut. Seit Jahren wird über Radfahrwege im Gebiet des Truppenübungsplatzes diskutiert. Nun werden Protestaktionen angekündigt.

Spaziergänger und Radfahrer werden durch zahlreiche Schilder im militärischen Sperrgebiet gewarnt.  |  NOEN, Hillinger

Immer, wenn das Frühjahr ins Land zieht, wächst auch der Ärger am Lager- berg. Dann rücken Spaziergänger und Radfahrer aus und werden von diversen Warnschildern gemahnt, dass es sich hier um ein militärisches Sperrgebiet handelt. Vor allem das vor einigen Jahren verhängte Radfahr-Verbot sorgt für Unmut.

„Jahrzehntelang durfte auf den Wegen, welche für Fußgeher an den Wochenenden freigegeben sind, auch mit dem Rad gefahren werden. Auf einem Schlag war es verboten und wurde und wird auch kontrolliert“, ärgert sich der Brucker Ex-Stadtrat und neue Obmann des Museumsvereins, Kurt Helmreich. Der Kommandant des Truppenübungsplatzes (TÜPL), Franz Neuhold verweist auf das zuständige Verteidigungsministerium.

An dieses richtete Helmreich Mitte Jänner auch ein Schreiben mit der Hoffnung, „dass bis zur bevorstehenden Fahrradsaison für die Bevölkerung zufriedenstellende Maßnahmen getroffen werden.“

Protestaktion angekündigt

Das Ministerium wiederum verweist auf Gespräche „mit den Bürgermeistern der Anrainergemeinden“ – sprich SP-Bürgermeister Richard Hemmer in Bruck und SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker in Bruckneudorf. Ihnen sei laut eines Schreibens des Ministeriums an Helmreich ein Kompromissvorschlag unterbreitet worden: Die Freigabe des Parndorferweges und die „Ausgestaltung der Wege an der grenze rund um den TÜPL“.

Bürgermeister Dreiszker ist damit nicht zufrieden. Er will vor allem eine Öffnung der Nord-Süd-Verbindung (Windnerstraße) erreichen. „Die Wege nach Winden und Jois sind für Familienausflüge besonders gefragt“.

Helmreich kündigt nun eine Protestaktion an: Sollte es zu keiner zufriedenstellenden Lösung für die radfahrende Bevölkerung kommen, werde ich an einem Sonntag Ende April, mit Gleichgesinnten einen „Radfahrtag am TÜPL Bruckneudorf“ veranstalten.

Zumindest eines hat seine Intervention im Ministerium schon bewirkt. Die abschreckende Warntafel „Freilaufende Militärhunde“ beim Eingang zur Lager Hauptallee wurde kürzlich abmontiert. Tüpl-Kommandant Neuhold: „Es gibt keine freilaufenden Hunde. Meine Hundeführer haben die Tiere immer an der Leine.“