Bruckneudorf

Erstellt am 31. August 2016, 05:35

von Elisabeth Kirchmeir

Trafik-Überfall: Acht Jahre für Raub. 38-jähriger Slowake bedrohte Trafikantin, wurde von ihr aber in die Flucht geschlagen. Das Urteil akzeptiert er nicht.

Finale Gerichtsverhandlung im Nachbarschaftstreit um Lärm und giftige Rauchgase: Nach der Einvernahme der letzten Zeugen entscheidet jetzt das Gericht.  |  Michael Pfabigan

Im Prozess gegen jenen Mann, der am 27. Jänner 2016 in Bruckneudorf eine Trafik überfallen hatte, wurde vorige Woche das Urteil gesprochen.

Obwohl es zu einem Teil der Fakten Freisprüche gab, wurde der Angeklagte aufgrund seiner beträchtlichen Vorstrafen zu einer weiteren mehrjährigen Haftstrafe verurteilt: Acht Jahre soll er wegen schweren Raubes im Gefängnis absitzen – ein Urteil, gegen das der Anwalt des Mannes Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung ankündigte.

Mit einem Messer hatte der Slowake im Jänner eine Trafik in Bruckneudorf betreten und die Trafikantin aufgefordert, ihm Geld auszuhändigen. Als sie sich weigerte, führte der Räuber Stichbewegungen in Richtung der Frau aus, die ausweichen und einen Pfefferspray zücken konnte, mit dem sie den Mann in die Flucht schlug.

Vor Gericht gab der Slowake an, am Tag der Tat Drogen und Alkohol konsumiert zu haben. Ein Sachverständigengutachten ergab, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat dennoch zurechnungsfähig gewesen sein muss.

Weitere Straftaten vor und nach Raubversuch

Vor dem Raubüberfall auf die Bruckneudorfer Trafik hatte er in Gols versucht, einen Luftkompressor zu stehlen. Von Bruckneudorf aus fuhr er nach Parndorf, wo er im Outletcenter aus einem Verkaufsstand zwei Paletten Cola stahl. Danach beobachtete ihn die Polizei, wie er in der Nähe einer Tankstelle auf und ab ging – vermutet wurde, dass er neuerlich einen Raubüberfall begehen wollte, zumal der Mann noch immer das Messer bei sich trug.

„Zu 1000 Prozent kann ich sagen, dass ich nicht vorhatte, die Tankstelle zu überfallen“, erklärte der Slowake. „Dort ist gleich die Polizei. Ich kenne die Tankstelle, ich bin dort immer in die Arbeit gefahren.“ Auch habe er nicht vorgehabt, die Trafikantin absichtlich schwer zu verletzen.

Zu dem angeklagten Raubversuch bei der Tankstelle und dem Vorwurf der versuchten absichtlichen schweren Körperverletzung erfolgten Freisprüche, wegen der anderen Taten wurde der achtfach vorbestrafte Mann, der bereits 12 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hat, verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.