Erstellt am 05. August 2015, 09:10

von Paul Haider und Tanja Beck

Bürger gegen Starkstrom. Parndorf startete mit einer Unterschriftenaktion gegen das geplante Umspannwerk, das auf dem letzten unverbauten Naherholungsgebiet errichtet werden soll.

Hans-Peter Samwald, nebenberufliches Umweltschutzorgan der Gemeinde Parndorf und Robert Müllner, der besorgte Naturfreund und Umweltschützer, sind erschüttert über das Vorhaben der Stadtgemeinde Bruck und Bruckneudorf. Sie befürchten, dass der Lebensraum der Tiere und Zugvögel durch das Umspannwerk beeinträchtigt und gefährdet werde.  |  NOEN, Tanja Beck
Die besorgten Parndorfer Bürger und Naturschützer sind sich einig, dass das Projekt „Hochspannungsleitung“ gestoppt werden muss. Die Energie Burgenland-Netz und die Gemeinde Bruckneudorf haben beschlossen, ein Umspannwerk samt Freileitung mit einer Leistung von 110 KV auf den Parndorfer Freiäckern zu erbauen, obwohl von der Gemeinde Parndorf versprochen wurde, dass dieser Hotterteil naturbelassen und unberührt bleibt, heißt es vonseiten der neu gegründeten Parndorfer Bürgerinitiative.

Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen

Denn dieses Gebiet stelle für viele seltene Pflanzen und Tiere einen wichtigen Lebensraum dar. Hauptsächlich findet man dort den Kaiseradler, den Wachtelkönig, den Schwarzspecht, den Brachvogel, den Uhu und Fledermäuse. Auch Zugvögel nutzen diesen Raum oft als Rastplatz oder zur Nahrungsaufnahme.

Ursprünglich sollten auf diesem Gebiet Windräder erbaut werden, welche von der Gemeinde Parndorf aber abgelehnt wurden. Nun wurde ohne Vorwissen der Bürger mit dem Bau des Umspannwerks begonnen. „Dieses Werk mit einer 110 KV-Leitung wirkt wie ein Netz auf die Tiere, man muss mit einem massiven Zugvogelausfall rechnen. Durch die Begrünung und Renaturierung sollten die Tiere angelockt werden und die Lebensräume verbessert werden und jetzt werden sie durch diese Stromleitung wieder abgeschirmt“, gibt der nebenberufliche Umweltschützer Hans-Peter Samwald betroffen zur Kenntnis. Daher sammelten die Parndorfer Naturfreunde nun fleißig und auch erfolgreich Unterschriften, um die Bürgerinitiative bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 20. August vorweisen zu können.

Energie Burgenland bei Gemeinderatssitzung

Hans-Peter Samwald und Robert Müller sollen bei dieser Sitzung als Vertreter für die Bürger sprechen, um dieses umstrittene Thema zu behandeln. Denn ohne einen Beschluss bei einer Gemeinderatssitzung hätte mit diesem Bau gar nicht erst begonnen werden dürfen, sind sich Samwald und Müller einig.

Bei der Gemeinderatssitzung am 20. August werden auch Vertreter der Netz Burgenland Strom GmbH anwesend sein, bestätigte Hannelore Halwax, Kommunikationsleiterin der Energie Burgenland, am Montag gegenüber der BVZ. Die Bürger hoffen dabei auf eine sinnvolle Lösung, denn es solle zu keiner politisch parteilichen Hetzaktion werden.

Heute, Mittwoch, findet um 18.30 Uhr ein Treffen der Bürgerinitiative beim Fischteich statt, wo die besorgten Parndorfer gegen die Errichtung der Hochspannungsleitung protestieren wollen.

Vonseiten der Energie Burgenland AG zeigt man sich gesprächsbereit. „Es haben bereits mehrere Gespräche mit Vertretern der Netz Burgenland Strom GmbH und der Arbeitsgruppe, bestehend aus Parndorfer Gemeinderäten, stattgefunden“, erklärt Energie Burgenland-Sprecherin Hannelore Halwax.

Über eine mögliche Änderung der Baupläne will man derzeit seitens der Energie Burgenland noch nicht spekulieren. Baustelle. Das Absperrband markiert die Zone, wo das Umspannwerk geplant ist und auch schon mit dem Bauen begonnen wurde.